Das alte Allgemeine Krankenhaus (Altes AKH)

1783–1998

Der Gebäudekomplex an der Alser Straße 4, der seit 1998 der Campus der Universität Wien ist, geht auf das Großarmenhaus aus dem 17. Jahrhundert zurück, das im 18. Jahrhundert zum Allgemeinen Krankenhaus (Altes AKH) umgebaut wurde und das über zwei Jahrhunderte diese Gegend entscheidend prägte. Die Geschichte des Allgemeinen Krankenhauses ist in institutioneller und personeller Hinsicht eng mit der Wiener Medizinischen Fakultät verbunden. Hier befand sich die Keimzelle der berühmten Wiener Medizinischen Schule.

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1693 war in Folge der "Türkenkriege" am Alsergrund ein Großarmen- und Invalidenhaus errichtet worden (heute Hof 1 des Universitäts-Campus). Weitere Höfe wurden sukzessive angebaut. Unter Joseph II. wurde 1784 die gesamte Anlage adaptiert und zum Allgemeinen Krankenhaus (AKH) umgebaut (heute Höfe 1—7 des Universitäts-Campus) und um den militärischen Komplex — Garnisonsspital (heute Zahnklinik der Medizin Universität Wien) und die Militär-Chirurgenakademie "Josephinum" — erweitert.

Wie zum 600-Jahr-Jubiläum der Universität 1965 angekündigt, schenkte die Stadt Wien nach dem Neubau des heutigen AKH 1988 das Alte AKH der Universität Wien zur Errichtung eines zentrumsnahen Uni-Campus.

Im Rahmen des 650. Universitätsjubiläums fand von 29. April 2015 bis 18. März 2016 in der Fachbereichsbibliothek Zeitgeschichte (Campus der Universität Wien, Hof 1.12) die Ausstellung "Vom AKH zum Uni-Campus" statt. Die Ausstellung dokumentierte die intensiven Umbauarbeiten des 100.000 m² großen Areals zum Campus für die Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Wien (eröffnet 1998) und thematisierte die Nutzung durch die Studierenden und MitarbeiterInnen der Universität Wien und die Wiener Bevölkerung. Anhand von Plänen, Fotografien und Publikationen vom 17. bis 21. Jahrhundert wurde der Wandel des Areals unter zeit-, sozial- und kulturgeschichtlichen Aspekten, wie auch architekturhistorischen und stadtplanerischen Gesichtspunkten beleuchtet. Im Ausstellungsteil "Achse der Erinnerung" wurden die vom Alten AKH übernommenen Denkmäler, wie auch die neuen Gedenkinitiativen der Universität aufgegriffen und historisch kontextualisiert. Diese "Achse" wurde als gedenkpolitische Intervention für den "Erinnerungsraum Campus" konzipiert. Eine Web-App ermöglicht BesucherInnen vor Ort mittels eines QR-Codes einen digitalen Zugriff zu ausgewählten Gedenkorten, um so mehr über die Entstehungs- und Hintergrundgeschichten zu erfahren.

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am : 11.10.2017 - 10:45

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