Albin Lesky, Prof. Dr. Dr. h.c.

7.7.1896 – 28.2.1981
geb. in Graz gest. in Innsbruck

Funktionen

DekanIn Philosophische Fakultät 1958/59
Rektor 1963/64

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrensenator sen.h.c. 1966
Tor der Erinnerung 1998/99

Albin Lesky besuchte das Akademische Gymnasium in seiner Geburtsstadt Graz und maturierte 1914 mit Auszeichnung. Er immatrikulierte an der Universität Graz, um sich dem Studium der Klassischen Philologie zu widmen, musste jedoch schon nach einem Semester zur Armee ein rücken. Erst nach Kriegsende konnte er sein Studium fortsetzen und wurde bereits 1920, aufgrund von Sonderbestimmungen für Kriegsteilnehmer, zum Doktor der Philosophie promoviert. Lesky legte auch die Lehramtsprüfung ab, absolvierte danach das „Probejahr“ als Lehrer an seiner ehemaligen Schule. Trotz Schuldienst, den er bis 1932 in Graz ausübte, setzte er seine wissenschaftliche Tätigkeit fort. So konnte sich Lesky 1924 mit der Arbeit „Alkestis. Der Mythos und das Drama“ an der Universität Graz habilitieren. 1930 wurde ihm der Titel eines außerordentlichen Professors verliehen. Zwei Jahre später wurde er als außerordentlicher Professor an die Universität Wien berufen, 1936 als Ordinarius an die Universität Innsbruck. In den Innsbrucker Jahren wurde Albin Lesky zu einem der führenden Vertreter der Klassischen Philologie in Österreich. Bevorzugte Gegenstände seiner Lehrveranstaltungen waren das griechische Drama, Homer, die Lyrik, Religion und Mythologie.

Involvierung in den Nationalsozialismus

Für das Studienjahr 1937/38 wurde Albin Lesky zum Dekan der Philosophischen Fakultät gewählt; er resignierte jedoch vor dem regulären Ende seiner Amtszeit nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich. Dennoch akzeptierte er Ende 1942 die Bestellung zum Prorektor der Universität Innsbruck; dieses Amt übte er bis zum Kriegsende 1945 aus. Ebenso wie seine Ehefrau Erna Lesky gehörte Albin Lesky der NSDAP an.

Nachkriegszeit

Als Mitglied der NSDAP musste sich Albin Lesky nach Kriegsende einer Entnazifizierungskommission stellen, die jedoch 1946 positiv entschied, sodass er sein Lehramt rasch wieder fortsetzen konnte. 1949 wurde Lesky als Ordinarius für Klassische Philologie nach Wien berufen. Hier widmete er sich zunächst dem Aufbau des Instituts für Klassische Philologie, das unter seiner Leitung zu einem der am bestausgestatteten Institute seiner Art in Europa avancierte. Auch in Wien wurde er in akademische Ämter gewählt: Er war 1958/59 Dekan und 1963/64 Rektor. In seiner Funktion als Prorektor fungierte er als Hauptredner der 600-Jahrfeier der Universität Wien 1965.

An der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der er seit 1942 als korrepondierendes Mitlgied im Inland angehört hatte, wurde seine Mitgliedschaft 1945 zunächst ruhend gestellt, nach dem Amnestiegesatz 1948 jedoch sofort wieder reaktiviert. 1950 wurde er zum wirklichen Mitglied gewählt und nahm verschiedene Funktionen wahr: 1959-1963 fungierte er als Sekretär, 1963-1969 als Vizepräsident und 1969  ein Jahr lang als Präsident. Im Mittelpunkt von Leskys Forschung stand von Anfang an das Drama, besonders die Tragödie, und, damit eng zusammenhängend, der Mythos. 1938 erschien zum ersten Mal sein Buch „Die griechische Tragödie“ ; es hat bis 1968 vier Auflagen erlebt und ist in mehrere Sprachen übersetzt worden. Neben zahlreichen Aufsätzen und weiteren Büchern gilt seine „Geschichte der griechischen Literatur“, zum ersten Mal 1957/58 erschienen, als sein Hauptwerk. Auch die es wurde mehrmals neu aufgelegt und übersetzt.

Er wurde 1998 durch die Benennung eines der „Tore der Erinnerung“ am Campus der Universität Wien nach ihm und seiner Frau Erna Lesky geehrt (Lesky-Tor, Durchgang von Hof 3 zu Hof 13, bei „Narrenturm“).

Katharina Kniefacz, Thomas Maisel
Nein