Andreas Freiherr von Baumgartner, Prof. Dr.

23.11.1793 – 30.7.1865
geb. in Friedberg (Frymburk, Tschechische Republik) gest. in Wien Hietzing

Politiker

Funktionen

Rektor Philosophische Fakultät 1849/50

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1892/93 Philosophische Fakultät

Andreas Baumgartner (1793-1865, ab 1854 "Freiherr von Baumgartner"), Mathematiker, Physiker, Politiker. Gymnasium in Linz und Budweis, studierte 1810-1814  an der Universität Wien (Dr. phil. 1814), 1815/16 Assistent an der Lehrkanzel für Philosphie, 1816/17 an Lehrkanzel für Mathematik und Physik tätig, 1823 Professor für Physik, 1825 auch Professor der Mechanik, 1826/27 und 1829/30 auch Dekan der philosophischen Fakultät, 1849/50 Rektor. In die Zeit bis 1833 fielen seine wichtigsten physikalischen Arbeiten (u.a. "Naturlehre nach ihrem gegenwärtigen Zustand mit Rücksicht auf die mathematische Begründung"). Für seine Bemühungen, seine wissenschaftlichen Erkenntnisse kommerziell zu verwerten wurde er von Kaiser Franz I. 1833 zum Direktor der staatlichen Porzellan-, Gußspiegel- und Maltefabriken ernannt, 1842-48 war er Chef sämtlicher österreichischer Tabakfabriken, 1845 Vorsitzender der Gewerbeausstellungs-Kommission, 1846-48 Leiter des neu entstandenen Telegraphenwesens, 1848 wurde er Arbeitsminister und übernahm die Leitung der Staatsbahnen (Anordnung zum Bau der Semmeringbahn). Er führte daneben siene wissenschaftlichen Arbeiten fort, auch als er 1851-55 Handels- und Finanzminister wurde. 1847 wurde er wirkliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften (1851-65 Präsident). Er wurde Geheimrat (1850), Herrenhausmitglied (1861), und erhielt zahlreiche Orden und Auszeichnungen. Sein Freund, der Schriftsteller Adalbert Stifter, hat ihm im "Nachsomrner" ein literararisches Denkmal gesetzt. Baumgartner erfand ein Aräometer zur raschen Bestimmung der Dichte fester Körper (1820).

1892/93 wurde sein Name in die Ehrentafel der Philosophischen Fakultät aufgenommen (im Stiegenaufgang von der Aula zur Nebenaula und Philosophenstiege).

Czeike
Herbert Posch

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