Carl Menger von Wolfensgrün, Prof. Dr.

23.2.1840 – 26.2.1921
geb. in Neusandez, Galizien gest. in Wien

Ökonom, Begründer der „Österreichischen Schule der Nationalökonomie“

„Von bleibender Bedeutung ist Carl Mengers Geldtheorie, die das Geld als die tauschfähigste aller Waren versteht: Es ist bis heute die beim Güteraustausch am häufigsten verwendete Gegenleistung und damit das absatzfähigste aller Güter.“
Erich Streissler, Emeritierter Professor für Volkswirtschaftslehre, Ökonometrie und Wirtschaftsgeschichte an der Universität Wien

Funktionen

DekanIn Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1881/82
DekanIn Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät 1888/89

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1893/1965 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Ehrendoktorat Dr.iur. h.c. 1909/10 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Denkmal Arkadenhof 1929 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Tor der Erinnerung Menger-Tor 1998/99

Carl Menger entstammte einer österreichischen Beamten- und Offiziersfamilie. Er studierte an den Universitäten Wien, Prag und Krakau und wurde 1867 zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Er trat danach in den Staatsdienst ein, wo er Gelegenheit zu volkswirtschaftlichen Beobachtungen fand. So gehörte es zu seinen Aufgaben, für die „Wiener Zeitung“ Übersichten über den Stand der Märkte zu schreiben. Ausgehend von seinen Überlegungen zur Preisbildung gelangte er zu theoretischen Einsichten, die er 1871 in seinem Werk „Grundsätze der Volkswirtschaftslehre“ publizierte. Kaum jemals hat ein Erstlingswerk so nachhaltige Wirkung erzielt. Der Autor begründete mit diesem Buch die Österreichische Schule und deren einzigartige Stellung in der Entwicklung der Nationalökonomie. Ein Jahr nach der Veröffentlichung der „Grundsätze“ konnte  sich Carl Menger an der Universität Wien für das Fach politische Ökonomie habilitieren. Er wurde 1873 zum außerordentlichen und 1879 zum ordentlicher Professor für Volkswirtschaftslehre an der Universität Wien ernannt, an der er bis zu seiner - auf eigenen Wunsch vorzeitigen - Emeritierung 1903 tätig war. Berufungen an ausländische Universitäten hat er abgelehnt. Zu seinen Hauptwerken zählt neben den „Grundsätzen“ das Buch „Untersuchungen über die Methode der Sozialwissenschaften und der politischen Ökonomie insbesondere“ (1883), in dem er im Methodenstreit mit der in Deutschland vorherrschenden „historischen Schule“ die Standpunkte der theoretischen Forschung vertrat. Carl Menger wurde 1876 auch zu einem der Lehrer des Kronprinzen Rudolf bestellt, mit dem er in den Jahren 1877 und 1878 ausgedehnte Studienreisen durch Europa unternahm. Carl Menger wurde vielfach geehrt und ausgezeichnet; im Jahr 1900 wurde er zu einem lebenslänglichen Mitglied des Herrenhauses ernannt.

1998 wurde eines der "Tore der Erinnerung" am Campus der Universität Wien nach ihm und seinem Sohn Karl Menger benannt (Menger-Tor, Tor zwischen Hof 1 und 4).

Thomas Maisel

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