Erna Lesky, geb. Klingenstein, Univ.-Prof. Dr.

22.5.1911 – 17.11.1986
geb. in Hartberg gest. in Innsbruck

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Tor der Erinnerung 1998/99

Erna Lesky, Absolventin des Grazer Akademischen Gymnasiums, studierte zunächst in Innsbruck und dann in Wien Medizin, wo sie 1936 zum Doktor promoviert wurde. Sie wandte sich der Kinderheilkunde zu und arbeitete an der späteren Kinderklinik Glanzing (Wien) sowie an verschiedenen Innsbrucker Klinken.

In der Zeit des Nationalsozialismus war Erna Lesky Mitglied der NSDAP.

1939 heiratete sie den Innsbrucker Ordinarius für Klassische Philologie Albin Lesky und übersiedelte mit ihm 1949 nach Wien. In der Folge widmete sie sich ausschließlich der Medizingeschichte. Im Bewusstsein, dass ihr nunmehr gewähltes Fach ein Brückenfach zwischen Natur- und Geisteswissenschaften ist, das sowohl breite medizinische Fachkenntnis als auch geisteswissenschaftliche Methodik erfordert, entschloss sie sich zu einem Studium der Geschichte, das sie 1956 mit dem Grad eines Doktors der Philosophie abschloss. Als Dissertation hatte sie die Arbeit „Staat und Heilkunde im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus“ vorgelegt. Ihre nachfolgenden zahlreichen medizingeschichtlichen Arbeiten erlangten rasch internationale Anerkennung. 1960 wurde sie mit der Leitung des Instituts für Geschichte der Medizin in Wien betraut und begann sofort mit den Vorbereitungen für die bauliche Sanierung des Josefinums. Als Lesky mehrfach auf Berufungslisten renommierter deutscher Universitäten (Hamburg, Göttingen, Berlin) erschien, wurde 1962 die seit 1945 eingestellte Lehrkanzel für Geschichte der Medizin zunächst als Extraordinariat, 1966 als Ordinariat wiederhergestellt und an Erna Lesky verliehen. Sie war damit die erste ordentliche Professorin an der Medizinischen Fakultät. Im Jahre 1965 erschien ihr umfangreiches Hauptwerk „Die Wiener Medizinische Schule im 19 . Jahrhundert“, das sie der Universität zum 600-Jahr-Jubiläum widmete. Das Institut für Geschichte der Medizin wurde unter ihrer Leitung großzügig ausgebaut, die wertvollen Sammlungen katalogisiert und erschlossen sowie das medizinhistorische Museum nach modernen museologischen Prinzipien neugestaltet. Von den zahlreichen Ehrungen sind die Mitgliedschaft bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina in Halle (1964) sowie die Verleihung des Ehrendoktorats der Universität Zürich (1978) hervorzuheben. Erna Lesky wurde 1979 emeritiert.

Sie wurde 1998 durch die Benennung eines der „Tore der Erinnerung“ am Campus der Universität Wien nach ihr und ihrem Mann geehrt (Lesky-Tor, Durchgang von Hof 3 zu Hof 13, bei „Narrenturm“).

Kurt Mühlberger
Ja