Franz Romeo Seligmann, Univ.-Prof. Dr.

30.6.1808 – 15.9.1892
geb. in Nikolsburg, Mähren gest. in Wien

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Tor der Erinnerung Seligmann-Tor 1998/99

Romeo Seligmann kam im Jahre 1825 zum Studium der Medizin nach Wien. Seine vielfältigen historischen und künstlerischen Interessen führten ihn zur Beschäftigung mit einer persischen Handschrift aus der Hofbibliothek, der Arzneimittellehre des Abu Mansur, ein Unikum, von dem nirgends eine Abschrift existierte. Seligmann erwarb sich in kurzer Zeit die nötigen Kenntnisse, um das Manuskript zu übersetzen, was ihm zugleich den Stoff für seine Dissertation lieferte. 1830 wurde er zum Doktor der Medizin promoviert. Schon während seiner Studienzeit pflegte er die Bekanntschaft mit hervorragenden Persönlichkeiten aus Kultur und Wissenschaft; auf einem der Bilder Moritz Schwinds ist Seligmann mit dem Freundeskreis Franz Schuberts erkennbar. Besonders eng verbunden fühlte er sich seinem Studienkollegen, dem Mediziner und Literaten Ernst von Feuchtersleben. Hervorzuheben ist auch seine Freundschaft mit Ottilie von Goethe, die er bei ihren Wien-Aufenthalten als Patientin betreute. Als unmittelbar nach Seligmanns Studienabschluss eine Choleraepidemie ausbrach, stellte sich der junge Arzt der Regierung zur Verfügung und wurde als Choleraarzt nach Brünn und Nikolsburg geschickt. Zwei Jahre später kehrte er nach Wien zurück. Seine Dissertation hatte das Interesse des berühmten Orientalisten Hammer-Purgstall erregt, der bald zu seinem Freund und Gönner wurde. 1833 wurde Seligmann bewilligt, an der Wiener Universität außerordentliche Vorlesungen über Geschichte der Medizin abzuhalten. Seinen Lebensunterhalt bestritt er als Assistenzarzt im Wiener Allgemeinen Krankenhaus und als praktischer Arzt. Seine Vorlesungen waren sehr beliebt, dennoch wurde ihm erst 1848 der Titel eines außerordentlichen Professors verliehen. 1850 wurde ihm für seine Lehrtätigkeit auch ein jährliches Gehalt zugestanden; 1869 schließlich erfolgte die Ernennung zum ad personam Ordinarius.

Er wurde 1998 durch die Benennung eines der „Tore der Erinnerung“ am Campus der Universität Wien geehrt (Seligmann-Tor, Durchgang von Hof 2 zu Hof 3).

Thomas Maisel

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