Georg Aunpeck von Peuerbach

30.5.1423 – 8.4.1461
geb. in Peuerbach gest. in Wien

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1893/1957 Philosophische Fakultät
Tor der Erinnerung 1998/99

Der Oberösterreicher studierte an der Wiener Artistenfakultät, wo er 1453 zum Magister artium promoviert wurde. Während einer ausgedehnten Italienreise (1448-51) lernte er bedeutende Vertreter des Renaissance-Humanismus wie Nikolaus von Kues kennen. 1449 hielt er Vorlesungen an der Universität Padua. Nach seiner Rückkehr (1453) knüpfte er Kontakte mit dem Humanistenkreis um Enea Silvio Piccolomini (später Papst Pius 11.) am Wien er Neustädter Hof Kaiser Friedrichs III . An der Wiener Universität hielt er in den Jahren 1454-60 Vorlesungen über lateinische Klassiker, während seine astronomischen Forschungen nie Gegenstand seiner Lehrveranstaltungen an der Universität waren. Als Hofastrologe des Königs Ladislaus Postumus bereiste er Ungarn, wo er dem späteren Erzbischof von Gran-Esztergom und Primas von Ungarn Janos Vitéz (Vitesius) begegnete. Nach dem Tod des Königs trat Peuerbach 1457 in die Dienste Kaiser Friedrichs III., der großes Interesse an der Astrologie hatte, die von der Astronomie noch nicht streng geschieden wurde. Für Peuerbach boten das Erscheinen des Halley‘schen Kometen im Jahre 1456 und eines weiteren Kometen im folgenden Jahr Anlässe zu eingehenden Beobachtungen. Sein Ruf als bedeutendster Astronom und Mathematiker seiner Zeit bewog auch den bekannten Kurienkardinal Johannes Bessarion, ihn 1460 mit der Neubearbeitung der „Epitoma in Almagestum“ des Ptolemäus zu beauftragen. Peuerbach konnte diese Arbeit vor seinem Tode nicht vollenden und übergab sie zur Fortsetzung seinem berühmten Schüler Johannes Regiomontanus, der auch das Hauptwerk über die zukunftsweisenden Planetentheorien Peuerbachs „Theoricae novae planetarum“ 1472 im Druck herausbrachte. Das Werke wurde zum Standardlehrbuch an allen europäischen Universitäten, das sich sogar noch nach Kopernikus behauptete. Neben den astronomischen Werken hat Peuerbach auch zahlreiche mathematische („Algorismus de integris“, „Introductorium in arithmeticam“) und instrumentenkundliche Werke hinterlassen.

Er wurde 1998 durch die Benennung eines der „Tore der Erinnerung“ am Campus der Universität Wien geehrt (Peuerbach-Tor, Durchgang von Hof 6 zu Hof 7).

Kurt Mühlberger
Ja