Georg Tannstetter, Mag. art., Prof. med.

4.1482 – 26.3.1535
geb. in Rain am Lech, Bayern gest. in Innsbruck

(latinisiert: Georgivs Tannstetter Collimitivs)

Funktionen

DekanIn 1512
Rektor 1512/13
DekanIn Medizinische Fakultät 1514 Sommersemester
DekanIn Medizinische Fakultät 1520 Sommersemester
DekanIn Medizinische Fakultät 1524/25 Wintersemester
DekanIn Medizinische Fakultät 1528/29 Wintersemester

Georg Tannstetter wurde im April 1482 in Rain am Lech geboren. Vom Geburtsort leitete er seinen Humanistennamen Collimitius ab (Rain = Grenze, collimitium = Grenze zwischen zwei Orten). Er studierte ab 1497 in Ingolstadt, wo Andreas Stiborius und Konrad Celtis seine Lehrer waren, und wurde dort 1501 zum Magister artium promoviert. Im Wintersemester 1502/03 kam er an die Universität Wien, wo er 1503 an der Artistenfakultät rezipiert und schon bald im Lehrbetrieb mit mathematisch-astronomischen Vorlesungen aktiv wurde. Ab 1512/13 wird er als Inhaber eines Lehrstuhles für Mathematik und Astronomie genannt. Tannstetter hat ab 1508 auch an der Wiener medizinischen Fakultät studiert und dort 1513 das Doktorat erhalten. Tannstetter erwarb sich Bekanntheit durch astronomische Publikationen, befasste sich jedoch auch mit Astrologie, was im Dienste des Kaisers Maximilian I. (er war auch dessen Leibarzt) besonders gefragt war. Tannstetters zeitgenössischer Ruhm gründete nicht zuletzt auf seinem angeblichen Verdienst, den Todeszeitpunkt des Kaisers sowie die akademische Karriere des Wolfgang Lazius richtig vorausgesagt zu haben. Inspiriert vom Humanistennetzwerk seines Lehrers Konrad Celits (Sodalitas Danubiana) errichtete er eine eigene Gelehrtenrunde, die als Sodalitas Collimitiana bezeichnet wurde. Tannstetter verfasste eine Vielzahl an Publikationen, gab antike und spätmittelalterliche Schriften über Mathematik und Astronomie heraus und erwarb sich auch als Kartograph Verdienste.

Thomas Maisel

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