Hans Thirring, Prof. Dr.

23.3.1888 – 22.3.1978
geb. in Wien gest. in Wien

Funktionen

ProdekanIn Philosophische Fakultät 1947/48-1948/49

Nach dem Studium der Mathematik und Physik an der Universität Wien promovierte er 1911 zum Dr. phil. und wurde Assistent am Institut für Theoretische Physik. 1915 habilitierte er sich und wurde Privatdozent, 1921 außerordentlicher Professor für Theoretische Physik an der Universität Wien und Vorstand des Institutes für Theoretische Physik, ab 1927 o. Professor.

Er wurde durch sein Buch "Die Idee der Relativitätstheorie" international bekannt (Thirring-Lense-Effekt). Seine positive Bewertung der Einstein'schen Relativitätstheorie und seine pazifistische Grundhaltung waren mit Gründe für seine Zwangspensionierung im Nationalsozialismus 1938.

Hans Thirring wurde im Nationalsozialismus aus politischen Gründen verfolgt und Anfang Dezember 1938 seines Amtes enthoben und von der Universität Wien vertrieben ("zwangspensioniert"). In der NS-Zeit war er wissenschaftlicher Berater bei der Elin AG in Wien, anschließend bei Siemens und Halske.

Er erhielt 1945 an der Universität Wien seine Lehrkanzel zurück, die er bis 1958 innehatte (1947/48 und 1948/49 Prodekan der Philosophischen Fakultät). Er war von 1957 bis 1964 auch als Bundesrat im Parlament tätig (SPÖ). Er engagierte sich in der Friedensbewegung und warnte vor den Gefahren eines Atomkriegs und der nuklearen Aufrüstung ("Geschichte der Atombombe", 1946, "Homo sapiens", 2 Bde., 1947-49). Für sein Engagement wurde er zweimal für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Katharina Kniefacz

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