Hedwig Kenner, o. Prof. Dr.

20.4.1910 – 10.2.1993
geb. in Wien gest. in Klagenfurt

Nach dem Studium der Klassischen Archäologie und Klassischen Philologie an der Universität Wien promovierte sie 1934 bei Camillo Praschniker mit der Arbeit "Das Luterion im Kult" zum Dr. phil. und wurde 1936 Assistentin am Archäologisch-Epigraphischen Seminar und des Österreichischen Archäologischen Instituts. Hier betreute sie die Gipssammlung des Instituts.

Im Gegensatz zu vielen anderen Pionierinnen an der Universität Wien wurde Hedwig Kenners Laufbahn durch den "Anschluss" Österreichs an das Deutsche Reich 1938 nicht unterbrochen. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs proftierte sie zudem indirekt von den zunehmenden Einberufungen der männlichen Kollegen zum Kriegsdienst und konnte sich 1942 mit einem Band des Corpus Vasorum Antiquorum (CVA) zu Vasen im Kunsthistorischen Museum in Wien habiltieren. In ihren Arbeiten beschäftigte sie sich vor allem mit der griechischen Kunst und dem griechischen Theater, leistete jedoch auch wichtige Beiträge zur provinzialrömischen Archäologie, u.a. als Mitarbeiterin an den Ausgrabungen auf dem Magdalensberg ab 1948.

1961 wurde Hedwig Kenner zur ordentlichen Universitätsprofessorin für Archäologie ernannt. Während der Tätigkeit bis zu ihrer Emeritierung 1980 betreute sie über 70 Dissertationen und Diplomarbeiten.

Katharina Kniefacz

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