Heinrich Lammasch

21.5.1853 – 6.1.1920
geb. in Seitenstetten gest. in Salzburg

letzter Ministerpräsident der österreich-ungarischen Monarchie

letzter Ministerpräsident der österreich-ungarischen Monarchie

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1893/1965 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät
Denkmal Arkadenhof 1953 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät

Stud. an der Universität Wien (Dr. jur. 1876) und habilitierte sich 1879 für Strafrecht (1882 ao., 1885 o. Prof. für Strafrecht, Rechtsphilosophie und Völkerrecht an der Universität Innsbruck) | 1889 wurde er o. Prof. für Völkerrecht an der Universität Wien. 1899 und 1907 war er völkerrechtlicher Berater der 1. und 2. Haager Friedenskonferenz, ab 1899 war er auch Mitglied des Herrenhauses.
Er war ein international anerkannter Völkerrechtler und Mitglied des Ständigen Schiedsgerichtshofes im Haag. Er betätigte sich auch innenpolitisch in gemäßigt konservativer Richtung, schon vor 1914 für eine Lösung des deutsch-österreichischen Bündnisses eintretend. Lammasch unternahm während des 1. Weltkriegs Friedensinitiativen (plädierte für einen Verständigungsfrieden auf der Basis des Völkerbunds). Kaiser Karl I. bot ihm zweimal den Posten des Ministerpräsidenten an, doch erst beim 3. Mal, am 25. Oktober 1918, nahm er an und wurde der letzte Ministerpräsident der Monarchie (Okt. 1918). Als Erster vertrat er den Gedanken der dauernden Neutralität der Republik Österreich. Er erarbeitete 1918 einen österreichischen Entwurf für den Völkerbundpakt und war Mitglied und Präsident des Internationalen Schiedsgerichtes in Den Haag.

An ihn erinnert ein Denkmal im Arkadenhof der Universität Wien (Büste von Josef Humplik, vom Bundesministerium für Unterricht finanziert, enthüllt 1953) und seit 1920 In Wien 21., die naach ihm benannte Lammaschgasse.

Herbert Posch
Ja