Hermann Nothnagel, Prof. Dr.

28.9.1841 – 7.7.1905
geb. in Alt Lietzegöricke in der Mark Brandenburg gest. in Wien

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1893/1965 Medizinische Fakultät
Denkmal Arkadenhof 1910 Medizinische Fakultät

Hermann Nothnagel begann seine wissenschaftliche Laufbahn im preußischen Königsberg (heute Kaliningrad, Russland), wo er sich 1866 für Innere Medizin habilitierte. Sein weiterer Karriereweg führte ihn 1872 als ordentlicher Professor nach Freiburg im Breisgau, 1874 nach Jena und 1882 nach Wien als Vorstand der Ersten Medizinischen Universitätsklinik. Er veröffentlichte bahnbrechende Arbeiten über die Physiologie und Pathologie des Nervensystems und des Darmtrakts. Die zweite Wiener medizinische Schule besaß in ihm einen kongenialen und innovativen Vertreter der Inneren Medizin.

Besondere Verdienste erwarb sich Nothnagel auch als ausgesprochener Gegner des Antisemitismus, der zu seiner Zeit im akademischen und universitären Milieu immer aggressiver und rassistisch motiviert auftrat. Gemeinsam mit dem Ehemann der späteren Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner begründete er 1891 den Verein zur Abwehr des Antisemitismus. Später wurde er auch dessen Obmann. Nothnagel vertrat seine Ansichten öffentlich, obwohl er dadurch zur Zielscheibe deutschnationaler und antisemtischer Burschenschafter wurde, die 1894 in seinem Hörsaal gewalttätige Unruhen provozierten.

 

Kurzbiographie im Wien-Geschichte-Wiki

Thomas Maisel
Nein