Johannes Döller, Prof. Dr.

27.4.1868 – 31.8.1928
geb. in Thuma, NÖ gest. in Raabs an der Thaya

Funktionen

Senator Katholisch-Theologische Fakultät 1907/08
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1908/09
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1912/13
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1921/22
Rektor Katholisch-Theologische Fakultät 1923/24

Johannes Döller, Sohn einer Bauernfamilie, trat nach der Reifeprüfung am Gymnasium in Seitenstetten in das Priesterseminar in St. Pölten ein, wo er 1891 die Priesterweihe erhielt. Er setzte seine theologischen Studien an der Universität Wien fort und schloss sie 1895 mit der Promotion zum Doktor der Theologie ab. Im selben Jahr wurde er Sekretär und Zeremoniär des Bischofs Johann Baptist Rößler von St. Pölten und lehrte nach Ablegung der Konkursprüfung ab 1897 als Professor  des Bibelstudiums und der orientalischen Sprachen an der theologischen Lehranstalt in St. Pölten. Drei Jahre später übernahm er das Amt des Studiendirektors am Priesterbildungsinstitut Augustineum in Wien und wirkte daneben als Hofkaplan. Seine wissenschaftlichen Studien setzte er in dieser Zeit fort und publizierte mehrere theologische Schriften.

Döller wurde 1904 an der Universität Wien für Alttestamentarisches Bibelstudium und Orientalische Sprachen habilitiert und im Folgejahr auf die Professur für Bibelstudien berufen. Für die Studienjahre 1908/09, 1912/13 und 1921/22 wurde Johannes Döller zum Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät gewählt und fungierte 1923/24 als Rektor der Universität Wien. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde am 9. November 1923 das als „Siegfriedskopf“ bezeichnete Denkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Studierenden und Lehrenden in der Aula der Universität Wien enthüllt.

Als Nachfolger von Franz Martin Schindler fungierte Döller ab 1920 außerdem als Obmann der theologisch-philosophischen Sektion der „Leo-Gesellschaft“. 1921 erhielt er den Titel eines Päpstlichen Hausprälaten.

Werke (Auswahl)

Kompendium der Hermeneutik, 1898 (3. Aufl. 1914).
Rhythmus, Metrik und Strophik in der biblisch-hebräischen Poesie, 1899.
Bibel und Babel oder Babel und Bibel, 1903.
Geographische und ethnographische Studien zum III. und IV. Buch der Könige (Habilitationsschrift), 1904.
Die Bedeutung des alttestamentarischen Bibelstudiums und seiner Pflege an der theologischen Fakultät der k. k. Universität Wien (Antrittsvorlesung), 1905.
Hermeneutica Bibliotheca, 1905.
Abraham und seine Zeit, 1909.
Die Messiaserwartung im Alten Testament, 1914 (3. Aufl. 1921).
Die Reinheits- und Speisegesetze des Alten Testaments in religionsgeschichtlicher Beleuchtung, 1917.
Das Weib im Alten Testament, 1920.
Die Wahrsagerei im Alten Testament, 1923. 
Das Alte Testament im Lichte neuer Funde (Inaugurationsrede als Rektor), 1923.
 

> Österreichisches Biographisches Lexikon

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 12.04.2018 - 17:27

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