Josef (Jožef) Stefan (Štefan), Prof. Dr.

24.3.1835 – 7.1.1893
geb. in St. Peter b. Klagenfurt gest. in Wien

Funktionen

DekanIn Philosophische Fakultät 1869/70
Rektor Philosophische Fakultät 1876/77

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1893/1957 Philosophische Fakultät
Denkmal Arkadenhof 1896 Philosophische Fakultät
Raumbenennung Josef Stefan-Hörssal 2009 Fakultät für Physik

Josef Stefan, ursprünglich Jožef Stefan, wurde am 24. März 1835 in St. Peter (bei Klagenfurt) geboren und starb am 7. Januar 1893 in Wien.
1853 zog er nach Wien, wo er an der Universität Wien bis 1857 Mathematik und Physik studierte, 1859 promovierte und sich für mathematische Physik habilitierte. Nachdem er Lehrer an einer Oberrealschule in Wien war, wurde er 1863 Professor der höheren Mathematik und Physik an der Universität Wien. Damit war er der jüngste ordentliche Professor der damaligen k. u. k. Monarchie. 1865 wurde er Direktor des Physikalischen Instituts und war 1876/77 Rektor der Universität Wien.

Stefan lieferte Beiträge zu einer Vielzahl von Themen betreffend Hydrodynamik, Schall, Natur des Lichts, Elektrizitätslehre und gab wichtige Berechnungen zur Theorie der Wechselströme. So berechnete er die Induktionskoeffizienten von Drahtrollen. Insgesamt umfasst sein Werk 85 wissenschaftliche Publikationen, die meisten erschienen in Zeitschriften der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Seine wissenschaftlich bedeutsamsten Beiträge aber lieferte er zur kinetischen Gastheorie, speziell in den Bereichen Diffusion und Verdampfung, und zur Strahlung schwarzer Körper. Stefan gelang es, zusammen mit Helmholtz, die Maxwellsche Theorie, die sich mit elektromagnetischen Feldern in ruhenden Medien befasst, auch auf dem europäischen Kontinent durchzusetzen.
1879 fand er empirisch das 1897 nach ihm und Ludwig Boltzmann benannte Strahlungsgesetz, wonach die von einem schwarzen Körper ausgestrahlte thermische Strahlungsflussdichte P in direktem proportionalen Zusammenhang zur vierten Potenz der Temperatur T steht.

Dieses Gesetz wurde 1884 von seinem Schüler Boltzmann theoretisch abgeleitet. Damit gelang es Stefan erstmals, die Temperatur der Sonnenoberfläche zu berechnen. Im 20. Jahrhundert ergab sich dasselbe Gesetz als Integral des Planckschen Strahlungsgesetzes (1900) für schwarze Körper, und mit der Einführung des Planckschen Wirkungsquantums zählt die Konstante  als Stefan-Boltzmann-Konstante zu den abgeleiteten Naturkonstanten.

Nach ihm und seinem Schüler Ludwig Boltzmann benannt sind das "Stefan-Boltzmann-Gesetz", das den Zusammenhang zwischen ausgestrahlter Energie und Temperatur eines rein thermisch strahlenden Körpers beschreibt, und die "Stefan-Boltzmann-Konstante", mit der erstmals die Temperatur der Sonne ermittelt werden konnte.

Nein