Karl Johann Jellouschek OSB, o. Univ.-Prof. Dr. theol.

31.10.1887 – 6.8.1961
geb. in Linz gest. in Wien

Funktionen

Senator Katholisch-Theologische Fakultät 1937/38
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1945/46-1946/47
Senator Katholisch-Theologische Fakultät 1950/51
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1951/52
Rektor Katholisch-Theologische Fakultät 1955/56
DekanIn Katholisch-Theologische Fakultät 1957/58

Karl (Carl) Johann Jellouschek trat nach der Reifeprüfung in Linz in das Schottenstift Wien ein. Ab 1907 studierte er (katholische) Theologie an der Universität Wien u.a. bei Franz Xaver Pölzl, Franz Martin Schindler, Heinrich Swoboda und Alois Musil. Er empfing 1911 die Priesterweihe und promovierte 1914 mit mit der Arbeit „Die Entwicklung der Hochscholastik mit Rücksicht auf die Lehre von der Möglichkeit einer anfangslosen Schöpfung“ zum Doktor der Theologie.

Er wirkte bis 1919 als Religionslehrer am Schottengymnasium, setzte seine theologischen Studien jedoch daneben fort und wurde 1918 für das Fach Spekulative Dogmatik und Christliche Philosophie habilitiert (Habilitationsschrift: „Johannes von Neapel und seine Lehre vom Verhältnis zwischen Gott und Welt“). Seine Studien führten ihn in den Folgejahren nach München und Rom, wo er 1920/21 Dogmatik am Benediktinerkollegium S. Anselmo lehrte. Anschließend kehrte er an die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Wien zurück, zunächst als Lehrbeauftragter, ab 1933 als außerordentlicher Professor und ab 1935 schließlich als ordentlicher Professor sowie ab 1941 als Vorstand des neugegründeten Dogmatischen Seminars. Im Studienjahr 1937/38 saß er zudem als Vertreter seiner Fakultät im Senat der Universität.

Jellouschek blieb während der NS-Zeit im Amt und wurde unmittelbar nach Kriegsende von neugewählten Akademischen Senat zum Dekan der Katholisch-Theologischen Fakultät für das Sommersemester 1945 gewählt. Auch in den Studienjahren 1945/46, 1951/52 und 1957/58 amtierte er als Dekan, 1950/51 als Senator. Für das Studienjahr 1955/56 wurde er zum Rektor der Universität Wien gewählt. Kurz vor seiner Emeritierung im Herbst 1958 wurde ihm im April dieses Jahres das Rektorserinnerungszeichen der Universität Wien verliehen.

Seit 1946 war Karl Jellouschek Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. In seinen wissenschaftlichen Studien befasste er sich mit den Schwerpunkten Scholastik und Mystik des Mittelalters sowie der Erforschung des benediktinischen Mönchtums. Er war auch als erzbischöflicher Konsistorialrat tätig.

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Werke (Auswahl)

Zur Lehre der Unterscheidung von Wesenheit und Dasein in der Scholastik des Predigerordens, 1916.
Johannes von Neapel und seine Lehre vom Verhältnisse zwischen Gott und Welt. Ein Beitrag zur Geschichte der ältesten Thomistenschule, 1918.
(Hg.), Nicolaus Mirabilis: Des Nicolaus e Mirabilibus o. pr. Abhandlung über die Prädestination, 1918.
Des Leonardus a Valle Brixinensi Untersuchungen über die Prädestination, 1920.
(Hg.), Johannes de Regina de Neapoli: Quaestio magistri Ioannis de Neapoli O. Pr. "Utrum licite possit doceri Parisius doctrina fratris Thomae quantum ad omnes conclusiones eius" primum in lucem edita, 1925.
(Hg.), Martini de Leibitz: Trialogi ascetici quibus accedunt sermo in monasteriorum visitatione factus et caeremonialia et quotlibetarium, 1932.
Ein mittelalterliches Gutachten über das Lesen der Bibel und sonstiger religiöser Bücher in der Volkssprache, 1935.
Eine Sinaifahrt. Bericht über die gemeinsam mit Universitäts-Professor Dr. Johannes Gabriel im April 1937 unternommene Autoexpedition Jerusalem – Suez – St. Katharinenkloster, 1938.
(gem. mit Hermann Peichl), Maria im Lichte der Glaubenswissenschaft, 1955.
Die ältesten Wiener Theologen und das Dogma vom Jahre 1950 (Inaugurationsvortrag gehalten am 10. November 1955), 1956.
Inhalt und Entfaltung des Dogmas von der Unbefleckten Empfängnis Marias, 1956.
(Hg.), Nicolaus Kempf: Tractatus de mystica theologia (2 Bände), 1973.

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 31.08.2018 - 13:20

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