Karl Menger, Prof. Dr.

13.1.1902 – 5.10.1985
geb. in Wien gest. in Chicago

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Tor der Erinnerung 1998/99

Karl Menger war der Sohn des berühmten Nationalökonomen Carl Menger. Er besuchte das Döblinger Gymnasium, wo die späteren Nobelpreisträger Richard Kuhn und Wolfgang Pauli seine Schulkollegen waren, und studierte ab 1920 Mathematik an der Universität Wien. 1924 wurde er zum Doktor der Philosophie promoviert. Zu seinen prägenden Lehrern zählte der berühmte Mathematiker Hans Hahn, er besuchte aber auch Vorlesungen über theoretische Physik bei Hans Thirring und über Philosophie bei Moritz Schlick. Karl Menger konnte sich schon während seiner Studienzeit mit hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet der Kurven  und Dimensionstheorie profilieren und ging nach seiner Promotion als Assistent von Luitzen E. J. Brouwer an die Universität Amsterdam. 1927 habilitierte sich Menger an der Universität Wien für das Fach Geometrie, bereits ein Jahr später wurde er als Fünfundzwanzigjähriger zum außerordentlichen Professor ernannt. Vortrags  und Studienreisen führten ihn unter anderem auch nach Harvard (1930/31). Menger besaß großes Interesse an philosophischen Fragen und war Mitglied des Wiener Kreises, welcher von seinem Lehrer Hans Hahn und von Moritz Schlick begründet worden war. Für das Studienjahr 1937/38 nahm Menger eine Einladung nach Notre Dame (Indiana) als Gastprofessor an. Unmittelbar nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich 1938 telegraphierte er nach Wien, daß er seine Professur zurücklege. 1942 erhielt Menger die amerikanische Staatsbürgerschaft. Von 1946 bis zu seiner Emeritierung 1971 war er Professor für Mathematik am Illinois Institute of Technology in Chicago. Eine Rückberufung an die Universität Wien kam nicht zustande | Menger hat seine Heimatstadt trotzdem öfters besucht und hier vor allem am Institut für Höhere Studien gewirkt. Sein umfangreiches wissenschaftliches Werk gehört zum dauernden Bestandteil der Mathematik und Logik.

1998 wurde eines der "Tore der Erinnerung" am Campus der Universität Wien nach ihm und seinem Vater Carl Menger benannt ( "Menger-Tor", Tor zwischen Hof 1 und 4).
Am 7. Oktober 2009 wurde sein Name der Ehrentafel des Mathematischen Instituts der Universität Wien hinzugefügt.

Thomas Maisel
Ja