Ludwig Türck, Prof. Dr.

22.6.1810 – 25.2.1868
geb. in Wien gest. in Wien

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1892/93 Medizinische Fakultät

Der Sohn des Wiener Hofjuweliers besuchte das Gymnasium und studierte in Wien. 1830 promovierte er. Türcks Interesse galt hauptsächlich der Anatomie und Pathologie des Nervensystems. Eine Studienreise nach Paris brachte ihm wesentliche neuropathologische Erkenntnisse. Bei seiner Rückkehr wurde ihm die Leitung einer kleinen, neurologischen Abteilung übertragen. Durch Zufall kam er auf die Idee, einen Spiegel zu benützen, um Nervenlähmungen am Kehlkopf genauer untersuchen zu können. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr er, dass der spanische Gesangslehrer Garcia bereits ein Gerät mit einem Spiegel zur Beobachtung des Kehlkopfes verwendet hatte. Türck propagierte die Benützung dieses Instruments und entwickelte es gleichzeitig weiter. So entstand 1857 ein Prototyp des Laryngoskops, bei dem Sonnenlicht als Lichtquelle genützt wurde. Nahezu gleichzeitig arbeitete der Physiologe Johann Nepomuk Czermak (1828-1873) an der Entwicklung eines Gerätes, bei dem künstliches Licht verwendet wurde. Hierüber entbrannte ein Prioritätenstreit, in Wien „Türckenkrieg“ genannt, der dadurch beigelegt wurde, dass Czermak zugab, dass die grundlegende Idee von Türck stammte. Türck schuf mit seiner Erfindung die Grundlage der Laryngologie.

Werke:

Praktische Anleitung zur Laryngoskopie, Wien 1860.

Klinik der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftröhre, nebst einer Anleitung zum Gebrauche des Kehlkopfrachenspiegels und zur Lokalbehandlung der Kehlkopfkrankheiten, Wien 1866.

Neuburger, M. (Hg.), Ludwig Türcks gesammelte neurologische Schriften, Leipzig, Wien 1910.

Sonia Horn
Nein