Ludwig Türck, Prof. Dr.

22.6.1810 – 25.2.1868
geb. in Wien gest. in Wien

Pionier der Laryngoskopie

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1892/93 Medizinische Fakultät

Der Sohn des Wiener Hofjuweliers besuchte das Akademische Gymnasium (1818-26) und absolvierte an der Universität Wien zunächst die philosophischen Jahrgänge (1836-28), um anschließend Jus (1828-30) sowie Medizin (1830-34) zu studieren. 1836 promovierte er. Türcks Interesse galt hauptsächlich der Anatomie und Pathologie des Nervensystems. Eine Studienreise nach Paris brachte ihm wesentliche neuropathologische Erkenntnisse. Bei seiner Rückkehr wurde ihm die Leitung einer kleinen, neurologischen Abteilung übertragen. Durch Zufall kam er auf die Idee, einen Spiegel zu benützen, um Nervenlähmungen am Kehlkopf genauer untersuchen zu können. Zu diesem Zeitpunkt erfuhr er, dass der spanische Gesangslehrer Garcia bereits ein Gerät mit einem Spiegel zur Beobachtung des Kehlkopfes verwendet hatte. Türck propagierte die Benützung dieses Instruments und entwickelte es gleichzeitig weiter. So entstand 1857 ein Prototyp des Laryngoskops, bei dem Sonnenlicht als Lichtquelle genützt wurde. Nahezu gleichzeitig arbeitete der Physiologe Johann Nepomuk Czermak (1828-1873) an der Entwicklung eines Gerätes, bei dem künstliches Licht verwendet wurde. Hierüber entbrannte ein Prioritätenstreit, in Wien „Türckenkrieg“ genannt, der dadurch beigelegt wurde, dass Czermak zugab, dass die grundlegende Idee von Türck stammte. Türck schuf mit seiner Erfindung die Grundlage der Laryngologie.

Werke:

Praktische Anleitung zur Laryngoskopie, 1860.
Klinik der Krankheiten des Kehlkopfes und der Luftröhre, nebst einer Anleitung zum Gebrauche des Kehlkopfrachenspiegels und zur Lokalbehandlung der Kehlkopfkrankheiten, 1866.
Neuburger, M. (Hg.), Ludwig Türcks gesammelte neurologische Schriften, 1910.

Sonia Horn

Zuletzt aktualisiert am 27.12.2017 - 12:42

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