Maximilian Stoll, Prof. Dr.

2.10.1742 – 23.5.1878
geb. in Erzingen gest. in Wien

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1892/93 Medizinische Fakultät

Maximilian Stoll war der Sohn eines Landchirurgen. Er sollte von seinem Vater zum Chirurgen ausgebildet werden, entwickelte jedoch eine heftige Abscheu gegen diese Tätigkeit. Stoll studierte zunächst Philosophie in Ingolstadt und war anschließend als Lehrer am Jesuitengymnasium Hall/Tirol tätig. Nach einigen Zerwürfnissen mit seinen Ordensoberen und seiner Versetzung an das Gymnasium Eichstätt, trat Stoll 1767 wieder aus dem Orden aus. In Straßburg begann er sein Medizinstudium, das er in Wien bei Anton de Haen fortsetzte. 1772 wurde Stoll promoviert und trat die Stelle eines Physikus in einem ungarischen Komitat an. Aufgrund einer schweren Krankheit kehrte er nach Wien zurück, wo er sich schließlich als praktischer Arzt niederließ. 1776 wurde er Primar am Wiener Dreifaltigkeitsspital. Nach dem Tod de Haens übernahm er dessen klinischen Lehrauftrag. Aufgrund der vielen Patienten, die an seinem Spital betreut wurden, konnte er ausführliche Beobachtungen machen und diese seinen Studenten weitergeben.

Er schrieb seine Erfahrungen in seinem Werk „Ratio medendi in nosoco­ mio practico Vindobonensi“ nieder. Stoll legte besonderen Wert auf die praktische Unterweisung der Studenten und die exakte Krankenbeobachtung. Den klinischen Unterricht kombinierte er mit Obduktionen, eine Lehrmethode, für die die Wiener Schule bekannt war. Nach der Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses 1784 wurden viele Wiener Spitäler, auch das Dreifaltigkeitsspital, aufgelassen. Stoll übernahm die Leitung der neugeschaffenen Klinik, an der ihm jedoch nur zwölf Betten zur Verfügung standen.

Werke:

Ratio medendi in nosocomio practico Vindobonensi, Wien 1777/78.

Sonia Horn
Nein

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