Richard Georg Plaschka, Prof. Dr.

8.7.1925 – 27.10.2001
geb. in Vöttau, Südmähren gest. in Wien

Funktionen

DekanIn Geisteswissenschaftliche Fakultät 1976/77
Rektor Geisteswissenschaftliche Fakultät 1981/82-1982/83

Nach der Matura am deutschen Gymnasium in Znaim (Znojmo) wurde Richard Plaschka 1943 zur Deutschen Wehrmacht eingezogen. Nach einjähriger Kriegsgefangenschaft nahm er 1946 ein Studium der Geschichte an der Universität Wien auf und besuchte u.a. Lehrveranstaltungen bei Prof. Hugo Hantsch und Prof. Heinrich Felix Schmid. Neben seinem Studium arbeitete Plaschka als Journalist beim Österreichischen Wirtschaftsverlag. Als Mitglied katholischer Studentenverbindung gehörte er dem Österreichischen Cartellverband an. 1955 schloss Plaschka sein Studium mit der Promotion zum Dr. phil. ab.

1958 gründete Richard Plaschka im Auftrag von Unterrichtsminister Heinrich Drimmel die „Arbeitsgemeinschaft Ost“, aus der bald das „Österreichische Ost- und Südosteuropainstitut“ entstand, das er bis 1988 als Obmann leitete. 1962 wurde Plaschka an der Universität Wien für Allgemeine Geschichte der Neuzeit habilitiert. Er wurde 1965 zum außerordentlichen und 1967 zum ordentlichen Professor für osteuropäische Geschichte ernannt.

Richard Plaschka betätigte er sich auch intensiv in der Universitätspolitik, fungierte in den Studienjahren 1975/1976 und 1976/1977 als erster Dekan der neugegründeten Geisteswissenschaften Fakultätsowie 1981/1982 und 1982/1983als Rektor der Universität Wien und Vorsitzender der Österreichischen Rektorenkonferenz.

Plaschka wurde 1977 korrespondierendes, 1982 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Als einer der führenden Vertreter der österreichischen Habsburgforschung leitete er zwischen 1988 und 1997 die Historikerkommission der ÖAW.

Für seine wissenschaftlichen und universitätspolitischen Verdienste wurde Richard Georg Plaschka vielfach ausgezeichnet: Er war u.a. Träger von Ehrendoktoraten der Universitäten Sofia (1991) und Prag (1998), des Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse (1976), des Anton-Gindely-Preises für Geschichte der Donaumonarchie vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (1979), des Goldenen Komturkreuzes des Ehrenzeichens für Verdienste um das Land Niederösterreich (1984), des Großen Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich (1985), des Wilhelm-Hartl-Preises der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (1989), des Kulturpreises für Wissenschaft des Landes Niederösterreich (1991) sowie des Großen Kardinal-Innitzer-Preises (1992). Plaschka war zudem Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften sowie auswärtiges Mitglied der Polnischen Akademie der Wissenschaften (Krakau) und der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste (Belgrad).
Die Universität Wien verlieh Plaschka 1983 das Rektorserinnerungszeichen.

Richard Plaschka wurde 1993 als Professor an der Universität Wien emeritiert. Am 27. Oktober 2001 verstarb er in Wien.

Seit 2004 verleiht die ÖAW alle zwei Jahre den Richard-G.-Plaschka-Preis für außerordentliche Leistungen auf dem Gebiet ost-, ostmittel- und südosteuropäischer Geschichte.

> Wikipedia
​> Wien Geschichte Wiki
​> Zum Gedenken an Richard Georg Plaschka

Werke:

Von Palacky bis Pekar, 1955.
Cattaro - Prag. Revolte und Revolution, 1963.
Die Auflösung des Habsburgerreichs, 1970.
mit Horst Haselsteiner und Arnold Suppan: Innere Front. Militärassistenz, Widerstand und Umsturz in der Donaumonarchie 1918 (2 Bände), 1974.
Matrosen, Offiziere, Rebellen. Krisenkonfrontationen zur See 1900-1918 (2 Bände), 1984.
Nationalismus, Staatsgewalt, Widerstand. Aspekte nationaler und sozialer Entwicklung in Ostmittel- und Südosteuropa, 1985.
Avantgarde des Widerstands. Modellfälle militärischer Auflehnung im 19. und 20. Jahrhundert (2 Bände), 2000.

Katharina Kniefacz
Nein