Takaharu Mitsui

10.7.1900 – 19.5.1983

Philatelist, finanzierte den Aufbau der universitären Japanologie an der Universität Wien im Austrofaschismus und Nationalsoizialismus

Philatelist, finanzierte den Aufbau der universitären Japanologie an der Universität Wien im Austrofaschismus und Nationalsoizialismus

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrensenator sen.h.c. 1940/41 (aufgehoben 1945)
EhrenbürgerIn civ.h.c. 1944

Baron Takaharu Mitsui (三井 高陽, Mitsui Takaharu) war Briefmarkensammler und Grossindustrieller. Er besaß Zink-Minen und -Hütten bei Omuta auf der Insel Kyushu, wo während des Zweiten Weltkrieges alliierte Kriegsgefangene zur Zwangsarbeit herangezogen wurden und viele die brutale Behandlung im Lager Fukuoka 17 nicht überlebten. Baron Mitsui wurde aber nicht als Kriegsverbrecher verurteilt. Bekannt wurde vielmehr als Philatelist und Briefmarkensammler (Japan, aber auch Deutschland und Österreich). Er publizierte und forschte auch im Bereich der Philatelie und des militärischen und zivilen Postwesens generell, gründete schon 1923 das J"apanese Journal of Timbrology" und war auch als Berater des Japanischen Kommunikations- und Postministeriums tätig.

Am 17. Jänner 1941 wurde Takaharu Mitsui gemeinsam mit sechs ehemaligen Professoren der Universität – Othenio Abel, Wenzel Gleispach, Karl Gottfried Hugelmann, Max Layer, Fritz Machatschek und Hans Uebersberger zum Ehrensenator der Universität Wien ernannt. Die Ehrungsform des „Ehrensenators“ war infolge des „Anschlusses“ Österreichs an das Deutsche Reich durch die Übernahme der deutschen Hochschulgesetze eingeführt worden und wurde während des Nationalsozialismus nur dieses eine Mal verliehen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs beschloss der Senat der Universität Wien in seiner Sitzung vom 19. Mai 1945 diese Ernennungen wieder aufzuheben, da „die österreichischen Bestimmungen die Ernennung von Ehrensenatoren nicht vorgesehen haben“. Das Unterrichtsamt wurde verständigt und stimmte dem Antrag zu, die Träger der aufgehobenen Ehrensenatorentitel wurden jedoch nicht benachrichtigt.

1944 wurde er auch zum Ehrenbürger der Universität Wien ernannt und als solcher wurdeer 1965 auch als Ehrengast zum 600-Jahr-Jubiläum der Universität Wien eingeladen.

Er wird seit 1984 in der American Philatelic Society Hall of Fame geehrt.

Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat GZ 464 ex 1944/45
Katharina Kniefacz, Herbert Posch
Nein