Universitäre Orte

Die Gebäude der Universität Wien im Laufe ihrer Geschichte

Schon bei der Gründung der Universität 1365 wurde für ihre Unterbringung Sorge getragen: Ein ganzes Viertel innerhalb der Stadtmauern, genannt "Pfaffenstadt", sollte für sie reserviert werden. Dieser ehrgeizige Plan konnte jedoch nicht verwirklicht werden. Erst 1385 erhielt sie mit dem Herzogskolleg (Collegium ducale) ein eigenes Gebäude innerhalb der Stadt in der Nähe des Stubentors, in dessen unmittelbarer Nähe sich bald teils neu errichtete, teils erworbene Häuser hinzugesellten. An ihrer Stelle wurde vom Jesuitenorden im 17. Jahrhundert für die Universität eine völlig neue, großzügig dimensionierte Anlage errichtet: Das Akademische Kolleg. Es existiert bis heute unter dem Namen "Alte Universität". Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die Universität Wien hier ihre Heimstatt. Die tiefgreifenden Reformen des Unterrichtswesens nach der Revolution 1848 und der daran anschliessende Aufschwung erforderten bald neue Räumlichkeiten. Das 1884 eröffnete Hauptgebäude an der Ringstraße im Neo-Renaissance-Stil sollte als "Palast der Wissenschaft" die gestiegene Bedeutung der Universität repräsentieren. Schon damals war es nicht mehr möglich, alle universitären Einrichtungen in einem einzigen Gebäude zu vereinigen. Gegenwärtig verteilen sich die wissenschaftlichen Einrichtungen der Universität Wien auf über 60 Standorte.

Thomas Maisel