Richard Biebl, o. Univ.-Prof. Dr. phil.

12.2.1908 – 25.2.1974
born in Salzburg died in Gießen

Functions

Rector Faculty of Philosophy 1970/71

Richard Biebl studierte an der Universität Wien verschiedene naturwissenschaftliche Fächer, besonders Botanik und Physik, promovierte 1930 zum Dr. phil. und wurde im selben Jahr Demonstrator am Pflanzenphysiologischen Institut der Universität Wien. Nachdem er 1931 die Lehramtsprüfung abgelegt hatte, lehrte er zunächst an verschiedenen Mittelschulen in Wien.

1938 wurde er an der Philosophischen Fakultät der Universität Wien habilitiert und lehrte ab 1939 als Privatdozent für Anatomie und Physiologie der Pflanzen. Im Dezember 1944 zum Professor ernannt, wurde er im Zuge der „Entnazifizierung“ seines Amtes enthoben, wurde jedoch bereits 1950 als ao. Professor wiederernannt.
Biebl wurde 1959 Ordinarius (Nachfolge von Hans Molisch) und folgte 1964 Karl Höfler als Vorstand des Pflanzenphysiologischen Instituts der Universität Wien nach. Für das Studienjahr 1970/71 wurde er zum Rektor der Universität Wien gewählt und übernahm damit auch den Vorsitz der Österreichischen Rektorenkonferenz.

Im Rahmen seiner wissenschaftlichen Tätigkeit forschte und publizierte Richard Biebl vor allem in den Bereichen Anatomie und Physiologie der Pflanzen, Zellenphysiologie, Strahlungsphysiologie und Ökologie. Er prägte bereits 1939 den Begriff der „protoplasmatischen Ökologie“ und veröffentlichte 1962 ein gleichnamiges grundlegendes Lehrbuch.
Seine wissenschaftlichen Leistungen fanden auch in zahlreichen Mitgliedschaften in Fachgesellschaften ihren Ausdruck. So wurde Biebl 1959 korrespondierendes und 1961 wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, in der er auch langjährig als Sekretär der naturwissenschaftlichen Klasse fungierte, und amtierte ab 1960 als Präsident sowie 1963-1974 als Vizepräsident des Verbandes wissenschaftlicher Gesellschaften Österreichs. 1969 wurde er zum Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina ernannt und übernahm 1971 das Amt des Präsidenten der Zoologisch-botanischen Gesellschaft. 1964 wurde er mit dem Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse ausgezeichnet.

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Werke (Auswahl):

Beiträge zum Pflanzenkrebs (Dissertation, Universität Wien), 1930.
Das Wasser im Leben der Pflanze, 1946.
Bei Lappen und Rentieren, 1947.
gem. mit Hans Molisch, Botanische Versuche [und Beobachtungen] ohne Apparate. Ein Experimentierbuch für jeden Pflanzenfreund (2. Aufl. 1949, 3. Aufl. 1955, 4. Aufl.1965).         
gem. mit Hermann Germ, Praktikum der Pflanzenanatomie, 1950.
gem. mit Rainer Schubert-Soldern, Festschrift anläßlich des 100-jährigen Bestandes der Zoologisch-Botanischen Gesellschaft in Wien, 1951.
gem. mit Hans Ulrich Richter, Unterwasser-Fotografie und -Fernsehen. Optik und Technik, 1960.
Protoplasmatische Ökologie der Pflanzen. Wasser und Temperatur, 1962.

Katharina Kniefacz
Nein