Anton Porhansl, Prof. Dr.

14.6.1913 – 13.6.2003

Generalsekretär der Fulbright Commission

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
EhrenbürgerIn civ.h.c. 1983/84

Anton Prohansl wurde im Zuge des 600-Jahr-Jubiläums der Universität Wien am 7. Dezember 1983 – gleichzeitig mit Hans Heinrich Schneider – zum "Ehrenbürger der Universität Wien" ernannt, da er sich "als Generalsekretär der Fulbright Commission große Verdienste um die Universität erworben" hat (Wortlaut Senatsbeschluss). Er war in dieser Eigenschaft mit der Durchführung des Fulbright-Programms für ganz Österreich betraut und hatte sich große Verdienste speziell um die Universität Wien erworben durch die Errichtung und Finanzierung einer ständigen amerikanischen Gastprofessur am Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung (Literatur, Soziologie, Geschichte) sowie dreier weiterer L/1-Professuren und durch die umfangreichen Bücherspenden, die die Errichtung einer repräsentativen, gut ausgestatteten Amerikabibliothek im Rahmen der Institutsbibliothek ermöglichte.

Anton Porhansl war eng mit dem dem Aufbau der Amerikanistik in Österreich verbunden. Er war maßgeblich an der Etablierung der Amerikastudien an den österreichischen Universitäten beteiligt; er hat im Rahmen der von ihm geführten Fulbright-Programme hunderten von jungen Wissenschaftlern einen Forschungsaufenthalt in den USA ermöglicht; er förderte Stipendien, wissenschaftliche und künstlerische Aktivitäten aller Art; er organisierte Lehrerfortbildungsprogramme und den intensiven Austausch von Lehrenden und Studierenden zwischen Österreich und den USA.

1913 in Wien geboren besuchte er dort das Gymnasium und die Universität. Sein Studium aus den Fächern Englisch, Französisch und Deutsch schloss er 1937 mit dem Doktorat ab. Nach verschiedenen Tätigkeiten – u. a. am Austrian Film Board und bei Radio Wien – wurde er von 1939 bis zum Kriegsende zum Militärdienst eingezogen. Von 1946-50 war er als Lehrer tätig, bevor er von 1950 bis 1955 am Austro-American Institute of Education eine leitende und lehrende Funktion innehatte und gleichzeitig das Vortragsprogramm der amerikanischen Botschaft betreute. 1955 wurde er zum Executive Secretary of the United States Educational Commission ernannt, die er auch nach ihrer Umwandlung in die binationale Austrian-American Educational Commission im Jahr 1963 weiter führte. Sein Amt übte er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1983 aus – also insgesamt 28 Jahre.
Er wurde für seine hervorragenden Tätigkeiten im erzieherischen und wissenschaftlichen Austausch mit den USA mehrfach ausgezeichnet, (Großes Ehrenzeichens der Republik Österreich, Silbernes Ehrenzeichens für die Dienste um das Land Wien) und wurde 1983 auch zum Ehrenbürger der Universität Wien ernannt für seine Verdienste im Rahmen der

"…Durchführung des Fulbright-Programms für ganz Österreich ... Das Institut für Übersetzer- und Dolmetscherausbildung verdankt seinem Bemühen die Einrichtung einer ständigen Gastprofessur, die jedes Studienjahr mit einem amerikanischen Gastprofessor (Literatur, Soziologie, Geschichte) besetzt wird; weiters umfangreiche Bücherspenden aus Mitteln des Fulbright-Programms, wodurch eine repräsentative, gut ausgestattete Amerikabibliothek im Rahmen der Institutsbibliothek eingerichtet werden konnte; in den Fünfziger- und Sechziger­ Jahren durch längere Zeit hindurch die Finanzierung von drei L/1-Professoren-Posten im Lehrkörper des Instituts"

so die Begründung für die Auszeichnung.

Er starb im Jahr 2003.

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 25.02.2020 - 14:28

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