Johannes Wittich, Mag. art., Dr. theol.

14.Jhdt – 15.Jhdt

(latinisiert: lohannes Wittich, Witich, Witig, Vyttich de Molenbach bzw. de Septemcastris)

 

Funktionen

Rektor 1411

Über den aus der siebenbürgischen Stadt Sebeș (deutscher Name Mühlbach) stammenden Theologen Johannes Wittich ist nur wenig bekannt. Erschwerend kommt hinzu, dass er vor allem in den Akten der Artistenfakultät vielfach als „Johannes von Siebenbürgen“ (Johannes de Septemcastris) genannt wird. Zur selben Zeit sind zumindest zwei andere aus Siebenbürgen stammende Universitätsangehörige namens Johannes nachweisbar. Die Akten der Theologischen Fakultät nennen meist den Familiennamen, um Johannes Wittich von dem ebenfalls aus Siebenbürgen stammenden Johannes Siwart zu unterscheiden.

Wittich wurde 1383 in die juridische Matrikel der Universität Prag als Johannes Wittich de Molenbach eingetragen. In Wien wurde er rund zwei Jahre später im Wintersemester 1385/86 als Johannes Wittich immatrikuliert. Belege für weiterführende juridischen Studien in Wien gibt es keine, weder wurde er in die Juristenmatrikel eingetragen noch wird er als graduierter Jurist genannt. Ebenso wenig finden sich Hinweise, wann und wo er zum Magister artium promoviert wurde: Vor Beginn seiner juridischen Studien müsste er eigentlich das Studium der artes absolviert haben. Allerdings wurde er bei seiner Immatrikulation in Wien nicht als Magister eingetragen, sondern scheint erst 1396 als solcher auf. In den folgenden Jahren hielt sich Wittich wahrscheinlich nicht in Wien auf: Zwischen 1396 und 1399 beurkundete er als Generalvikar des Bischofs von Siebenbürgen und Domherr von Alba Iulia mehrere Rechtsgeschäfte.  

In den Wiener Quellen scheint Wittich erst wieder seit 1405 auf: Ab diesem Jahr fungierte er mehrfach als Examinator bei Prüfungen an der Artistenfakultät, Hinweise auf eine Lehrtätigkeit gibt es keine. Im Sommersemester 1411 wurde er zum Rektor gewählt. Zu dieser Zeit hatte er bereits seit mehreren Jahren an der Theologischen Fakultät studiert: 1411 las er als cursor biblicus über das Buch Deuteronomium sowie 1413 als sententiarius über die Sentenzen des Petrus Lombardus. Möglicherweise verbrachte er danach wieder einige Jahre  außerhalb Wiens, da er erst 1423 zum Lizenziaten sowie zum Doktor der Theologie promoviert wurde. Nach seiner Promotion erteilte ihm die Fakultät einen einjährigen Dispens für die verpflichtende Abhaltung von Vorlesungen. Da er in den Quellen der Universität nicht mehr erwähnt wird, ist davon auszugehen, dass er Wien endgültig verlassen hat. 1447 wird er in einer Urkunde für den Pfarrer von Mettersdorf/Dumitra als dessen noch lebender Vorgänger genannt.

 

>>> Urkundenbuch zur Geschichte der Deutschen in Siebenbürgen online

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert am 18.12.2020 - 15:39