Ludwig Koller, Mag. iur., Dr. rer. pol.

24.8.1933 – 25.10.2001
geb. in Brunn am Gebirge gest. in Wien

Hofrat, Leiter des Auslandsstudentendienstes (ÖAD), 1961-1999

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrenzeichen Ehrenz. silb. 1986/87

Ludwig Koller wurde als Gründungsmitglied und Leiter des auslandsstudentendienstes anlässlich (ÖAD) anläßlich dessen 25jährigen Bestandes von Prof. Winfried Platzgummer (Vorsitzender der Interuniversitären Kommission) im Oktober 1986 für eine "sichtbare Ehrung" durch die Universität Wien vorgeschlagen, was von der Ehrenzeichenkommission befürwortet wurde. Der Akademische Senat beschloss daraufhin am 4. Dezember 1986, ihm das "Silberne Ehrenzeichen der Universität Wien" zu verleihen. Dementsprechend wurde ihm am 9. Dezember 1986 das Diplom überreicht in Anerkennung "der besonderen Verdienste [die er sich] durch ausserordentliche Pflichterfüllung während seiner 25jährigen vorbildhaften Tätigkeit als Generalsekretär  des Österreichischen Auslandsstudentendienstes erworben hat". (Wortlaut des Diploms)

EhrenbürgerIn civ.h.c. 1988/89

Nachdem Koller bereits im Dezember 1986 das Silberne Ehrenzeichen der Universität Wien erhalten hatte, stellte kaum eineinhalb Jahre später der Dekan der Juridischen Fakultät Prof. Wilhelm Brauneder am 21. Juni 1988 erneut einen Antrag, Ludwig Koller ein sichtbares "Ehrenzeichen" der Universität Wien zu verleihen. Die Ehrenzeichenkommission schwankt anfangs zwischen dem "Goldenen Ehrenzeichen der Universität Wien" und der Würde des "Ehrenbürgers der Universität Wien", entschied sich aber, die höherrangige "Ehrenbürger"-Würde zu beantragen und bereits zwei Tage später beschließt der Akademische Senat in seiner Sitzung vom 23. Juni 1988 einstimmig, ihm die Würde eines "Ehrenbürgers" zu verleihen, diesmal "in Würdigung seiner wahrhaft außerordentlichen Verdienste bei der Erstellung der Stellungnahme zum Rechnungshofbericht" bzw. im Wortlaut des Diploms: "QUI OFFICII MUNERIBUS SEMPER PLUS QUAM DEBUIT FUNCTUS SIBI MINIME PEPERCIT ITAQUE DE ALMA MATRE RUDOLPHINA EXIMIE MERITUS EST"

Ludwig Koller absolvierte die Volksschule in Budapest und Wien, maturierte 1953 am Bundesrealgymnasium Wien 15.  und begann 1953 sein Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Wien (Absolutorium 1963, Berechtigung zur Führung des "Mag. iur." 1978) Er arbetiete arbeitete zur Finanzierung als Hilfsarbeiter im Baugewerbe tätig, um das Mittelschulstudium finanzieren zu können. Während des gesamten Hochschulstudiums als Werkstudent tätig. Vater im Jahr 1944 vor dem Sondergericht in Wien vom NS-Regime angeklagt (wegen Verbreitung NS-feindlicher Nachrichten) und verurteilt, daher erst nach dem Krieg Besuch des Realgymnasiums möglich.

von 1963-1969 Staatswissenschaften an der Universität Wien (1969 "Dr.rer.pol.") und war in dieser Zeit auch intensiv in der Österreichischen Hochschülerschaft|ÖH tätig (1955-1957 Leiter der Mensa im Universitäts-Hauptgebäude, an der Fakultätsvertretung der Juridischen Fakultät, als Mandatar bzw. 1959-1961 Vorsitzender im Hauptausschuß der ÖH an der Universität Wien sowie Vorsitzender des Zentralausschusses der ÖH, Vertreter Österreichs an den Int. Studentenkonferenz in Nigeria (1957), Peru (1959) und Schweiz (1960)).

Direkt anschließend seit November 1961 Generalsekretär (Geschäftsführer) des Österreichischen Auslandsstudentendienstes und wurde Sekretär des "Ständigen Ausschusses der Österreichischen Rektorenkonferenz für die mit den ausländischen Studierenden zusammenhängenden Fragen" und stieg in der Verwaltungshierarchie der Universität kontinuierlich auf: ab 1968 Oberkommissär, ab 1973 Rat, ab 1979 Oberrat, ab 1984 Hofrat.

In seinem Aufgabengebiet war er auch als Experte für das Wissenschaftsministerium und die Österreichische Rektorenkonferenz in zahlreichen bilateralen europäischen Länderkommission für Studienrechts und -anerkennungsfragen und nahm als Vertreter Österreichs an wichtigen Sitzungen internationaler Organisationen teil (u.a. Europarat in Straßburg und der UNESCO in Paris). Darüber hinaus Mitglied in zahlreichen Kommission der Universität Wien (u.a. der Institutsordnungskommission, der Senatskommission für die Internationalen Hochschulkurse und Volkstümliche Universitätsvorträge, der ständigen Senatskommission für Autonomie- und Organisationsfragen, der Beschwerdekommission und zahlreichen anderen) und ab 1972 Dienststellenausschußobmann für die sonstigen Bediensteten, ab 1974 langjähriger Obmann-Stellvertreter.

Mitte der 1980er Jahre begann er als drittes Studium noch jenes der Antiken Numismatik, Byzantinistik und Römischen Geschichte.

Ehrung:

Im Juni 1988 stellte der Dekan der Juridischen Fakultät Prof. Wilhelm Brauneder den Antrag, Ludwig Koller das "Ehrenzeichen" oder den "Ehrensenator der Universität Wien" zu verliehen "im Hinblick auf dessen außerordentliche Verdienste bei der Erstellung der Stellungnahme zum Rechnungshofbericht".

Der Akademische Senat beschloss am 23. Juni 1988 einstimmig, ihm die statusmäßig höhere Ehrung des "Ehrenbürgers" zu verleihen:

"in Würdigung seiner wahrhaft außerordentlichen Verdienste bei der Erstellung der Stellungnahme zum Rechnungshofbericht" bzw. im Wortlaut des Diploms: "QUI OFFICII MUNERIBUS SEMPER PLUS QUAM DEBUIT FUNCTUS SIBI MINIME PEPERCIT ITAQUE DE ALMA MATRE RUDOLPHINA EXIMIE MERITUS EST"

Hintergrund der Ehrung waren aber auch seine zahlreichen Funktionen in den universitären Gremien und internatuionalen Expertenkommissionen zum internationalen Hochschulrecht sowie seine langjährige Funktion als Leiter des Auslandsstudentendienstes|ÖAD seit 1961 (und noch weiter bis 1999).

Archive of the University of Vienna, Academic Senate S 229.17.06 (= GZ 71/6 ex 1987/88)

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 26.02.2020 - 18:23

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