Roland de Vaux O.P., Prof. Dr. Dr. h.c.

17.12.1903 – 10.9.1971
geb. in Paris gest. in Jerusalem

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrendoktorat Dr.theol. h.c. 1964/65 Katholisch-Theologische Fakultät

Am 11. Mai 1965 wurde Roland de Vaux im Rahmen des 600. Universitätsjubiläums das Ehrendoktorat der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien verliehen. Als Dekan der verleihenden Fakultät stellte Walter Kornfeld ihn als neuen Ehrendoktor vor:

„Er ist 1903 in Paris geboren und widmete sich den Studien des Alten Testaments und der Orientalistik. Er ist seit 1934 Professor an der Ecole Biblique in Jerusalem, der er seit 1945 als Rektor vorsteht. Er ist von Haus aus Biblist; das zeigen seine Publikationen in der Serie ‚La Sainte Bible de Jerusalem‘, in der er die Kommentare zu den Büchern ‚Genesis‘, ‚Samuel‘ und ‚Könige‘ schrieb. Weiters erschien ‚Les institutions des l'Ancien Testament‘, ein Werk, das auch in deutsche und englische Sprache übersetzt wurde. Aber bei ihm vereinigt sich glücklich der Bibliker mit dem Archäologen, so daß er neben vielen anderen Ausgrabungen im Heiligen Land vor allem jene von Tell el Far-ah leitete, einer Stadt, die Ende des 3. vorchristlichen Jahrtausends entstand und um 600 v. Chr. Zerstört wurde. Es gelang ihm, Tell el Far-ah mit Tirsa zu identifizieren, jener biblischen Stadt, die vor der Gründung von Samaria die Hauptstadt des israelitischen Nordreiches bildete. Seine zweite große Leistung stellen die Ausgrabungen im Khirbet Qumram dar. Auch den Laien in der ganzen Welt sind heute Qumram und die Manuskripte vom Toten Meer ein Begriff. Wo immer man über die für die Bibelwissenschaft so wichtigen Manuskripte schreibt und redet, darf der Name de Vaux nicht fehlen. Er ist Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Gesellschaften und in diesem Jahr Gastprofessor an der Havard-University. Die Universitäten Dublin, Löwen und Aberdeen haben ihn bereits durch die Verleihung des Ehrendoktorats geehrt, und Roland de Vaux kann sich von nun an auch des Ehrendoktorates der Alma Mater Rudolphina erfreuen.“
(Die Sechshundertjahrfeier der Universität Wien. Offizieller Festbericht, Wien 1965, S. 44)

> New York Times, 13.9.1971
> Wikipedia

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 14.11.2019 - 16:07

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