Stephan von Enzersdorf, Mag. art., Lic. theol.

14.Jhdt – 1405
geb. in Großenzersdorf

Geb. zwischen 28.5.1351 und 28.5.1352; gest. ca. 26.8.1405

(latinisiert: Stephanus de Enczendorf bzw. Enczendorff)

Funktionen

Rektor 1391
Rektor 1397/98
DekanIn Philosophische Fakultät 1385/86

Zu Stephan von Enzersdorf sind zwar relativ genaue Lebensdaten bekannt, sonstige Information zu seiner Vita sind aber eher spärlich. Der etwa 1351/52 geborene Stephan studierte an der Universität Prag, wo er 1374 zum Bakkalar und um 1377 zum Magister der artes promoviert wurde. Bald darauf kam er nach Wien, wo er vermutlich 1377 als „Mag. Stephanus canonicus Bosoniensis“ immatrikuliert wurde. Dieser Eintrag ist der einzige Beleg dafür, dass Stephan Kanoniker in Bratislava/Preßburg war.

Zwischen 1379 und 1381 war er vermutlich Lehrer an der Schule bei St. Stephan. 1385 wurde er in das neugegründete Collegium ducale aufgenommen und unterrichtete in den folgenden Jahren an der Artistenfakultät, deren Dekan er im Wintersemester 1385/86 war. 1388 gehörte Stephan der Kommission an, die die neukonzipierten Statuten der vier Fakultäten vor dem Inkrafttreten auf ihre Rechtskonformität überprüfte. Daneben studierte er an der Theologischen Fakultät, wo er vor 1391 das Bakkalaureat erlangte – als Rektor des Sommersemester 1391 führte er bereits diesen Grad. Vermutlich um 1395/96 wurde er zum Lizenziaten promoviert. Im Wintersemester 1397/98 wurde er nochmals zum Rektor gewählt.

Um 1390 wurde Stephan als Domherr in Wien installiert. 1394 wird er als Pfarrer von Moosbach-Wenig, 1397 als Pfarrer von Aspach genannt. Stephan von Enzersdorf starb im Jahr 1405, um den 26. August.

In der Universitätsbibliothek Basel hat sich eine Sammelhandschrift aus dem Besitz des Baseler Dominikaners Heinrich von Rheinfelden (gest. nach 1433) erhalten. Die zwischen 1394 und 1397 entstandene Handschrift enthält Aufzeichnungen Heinrichs aus seiner Studienzeit in Wien. Am Beginn der Handschrift finden sich Notizen zu einigen Fragestellungen (quaestiones) des Magisters Stephan zur latitudo. Bei diesem Magister handelt es sich wohl um Stephan von Enzersdorf.

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert am 05.05.2020 - 14:26