Heinrich von Langenstein, Mag. Prof. theol.

1325 – 11.2.1397
geb. in Langenstein bei Marburg gest. in Wien

(latinisiert: Henricus de Langenstein (dicti de Hassia))

Professor der Theologie

Funktionen

Rektor 1393/94

Langenstein, auch Heinrich Heimbuche von Langenstein oder Heinrich von Hessen genannt, wurde von seinen Zeitgenossen in Anlehnung an einen üblichen Brauch als Doctor conscientosus, der "gewissenhafte Gelehrte", bezeichnet. Er war ein namhafter Spätnominalist und wohl der bedeutendste Scholastiker in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Er war Absolvent der Universität Paris (Artes und Theologie), wo er sich zunächst viel mit astronomischen und naturwissenschaftlichen Themen befasste, aber auch mit den aktuellen kirchenpolitischen Fragen des Schismas zwischen avignonesischem und römischem Papsttum. Um sich dem Zwang der avognonesischen Obedienz zu entziehen, verließ er 1382 Paris und folgte 1384 dem Ruf Herzog Albrechts III. nach Wien, wo er an der Universitätsreform entscheidenden Anteil nahm. Die gleichzeitige Errichtung der theologischen Fakultät ist ebenfalls seinem Wirken zu verdanken, was ihm die ehrende Bezeichnung fundator (Gründer) einbrachte. Es gelang ihm, weitere bedeutende Gelehrte nach Wien zu bringen, darunter seinen Freund Heinrich Totting von Oyta. Beiden gemeinsam wurde 2009 von der Katholisch-theologischen Fakultät im Stephansdom eine Gedenktafel gewidmet. Langenstein hat etwa hundert Schriften hinterlassen und galt schon im 16. Jahrhundert als der Initiator einer astronomisch-mathematischen Tradition an der Wiener Universität.

Thomas Maisel
Nein