Winfried Platzgummer, o. Univ.-Prof. Dr. iur.

16.10.1930
geb. in Hofgastein

Funktionen

DekanIn Rechtswissenschaftliche Fakultät 1975/76-1976/77
Rektor Rechtswissenschaftliche Fakultät 1979/80-1980/81

Winfried Platzgummer studierte Rechtswissenschaft an der Universität Innsbruck. Nach der Promotion zum Dr. iur. 1955 war er Universitätsassistent am Institut für Kriminalwissenschaften sowie 1962 bis 1965 Richteramtsanwärter in Innsbruck. Platzgummer wurde 1964 von Strafrechtler Friedrich Nowalkowski im Fach Strafrecht, Strafprozeßrecht und Kriminologie habilitiert (Habilitationsschrift Die Bewußtseinsform des Vorsatzes, 1963).

Nach einer Gastprofessur an der Universität Göttingen (1965) wurde Winfried Platzgummer 1966/1967 als ao. Professor für Strafrecht und Strafprozessrecht an die Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät der Universität Wien berufen und wurde 1968 zum ordentlichen Professor ernannt.

Nach Inkrafttreten des UOG 1975, das Institute als kleinste Organisationseinheit der Universitäten einführte, gründete Platzgummer als Ordinarius für Straf- und Strafprozessrecht gemeinsam mit dem neuberufenen Professor für Strafrecht und Kriminologie, Manfred Burgstaller, ein gemeinsames Institut für Strafrecht und Kriminologie.
​Er betätigte er sich auch intensiv in der Universitätspolitik, fungierte in den Studienjahren 1975/1976 und 1976/77 als Dekan der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien und 1979 bis 1981 als Rektor der Universität Wien. In seiner Funktion als Rektor war er auch Vorstandsmitglied des Universitätsbundes Alma Mater Rudolphina.

Platzgummer wurde für seine Leistungen mehrfach geehrt, erhielt u.a. 1988 das Große Goldene Ehrenzeichen am Bande für Verdienste um die Republik Österreich und 1991 die Wiener Ehrenmedaille in Gold.

Winfried Platzgummer wurde 1999 als Professor für Straf- und Strafprozessrecht an der Universität Wien emeritiert. Seine Nachfolge trat Wolfgang Brandstetter an, der ab 1981 bereits Assistent bei Platzgummer gewesen war.

Werke:

Die Bewußtseinsform des Vorsatzes. Eine strafrechtsdogmatische Untersuchung auf psychologischer Grundlage, 1964.
Grundzüge des österreichischen Strafverfahrens, 1997.
gem. mit Heinz Mayer und Wolfgang Brandstetter: Untersuchungsausschüsse und Rechtsstaat, 1989.
gem. mit Robert Seiler und Theodor Rittler: Die strafrechtlichen Grenzen des Streiks im öffentlichen Dienst. Drei Rechtsgutachten, 1967.
gem. mit Christian Zolles: Johann Georg Grasel vor Gericht. Die Verhörsprotokolle des Wiener Kriminalgerichts und des Kriegsgerichtes in Wien, 2013.

Katharina Kniefacz

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