Josef (Joseph) Strzygowski, Univ.-Prof. Dr. phil.

7.3.1862 – 2.1.1941
born in Biała, Österreichisch-Schlesien, Poland died in Wien, Austria

[Kurzbiografie in Arbeit]

Honors

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Commemorative Plaque of Faculty 1981 Faculty of Philosophy

Auf Antrag von Prof. Renate Wagner-Rieger beschloss das Fakultätskollegium der Geisteswissenschaftlichen Fakultät am 31. Oktober 1980, die Aufnahme der Kunsthistoriker Franz Wickhoff und Josef Strzygowski in die Ehrentafel der Fakultät zu beantragen:

„Strzygowsk[i] war Vorstand des I. Kunsthistorischen Instituts, wo er sich in hervorragender Weise für die Pflege und Erforschung östlicher und orientalischer Kunst einsetzte. Er reorganisierte die Bibliothek und begründet die heute so bedeutsame Bildsammlung des Instituts.
Franz Wickhoff, gleichfalls Vorstand des I. Kunsthistorischen Instituts, schuf vorbildlich Interpretationsmethoden, die in den folgenden Jahren zu einem Merkmal der Wiener Schule der Kunstgeschichte wurden. Er machte sich vor allem um die Edition berühmter Handschriften („Die Wiener Genesis“) verdient und erkannte als einer der ersten den eigenständigen Charakter der römischen Kunst.“
(Protokoll über die 3. Sitzung des Akademischen Senates am 29.1.1981, in: Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat GZ 6 ex 1980/81)

In ihrem Antrag hatte Wagner-Rieger zudem hervorgehoben, dass die „Betonung des nordischen, einschließlich des nordslavischen Elements in der Kunst“ einen wesentlichen Forschungsschwerpunkt Strzygowskis dargestellt hatte und dass er „als einer der ersten nach dem I. Weltkrieg wissenschaftliche Kontakte zu jenen Ländern hergestellt [hatte], die mit Österreich verfeindet waren.“ (Antrag von Renate Wagner-Rieger, Institut für Kunstgeschichte, 15. Oktober 1980, in: Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat GZ 6 ex 1980/81).
Der Akademische Senat der Universität Wien stimmte dem Antrag in seiner Sitzung vom 29. Jänner 1981 einstimmig zu.

Die Ehrung wird 2022/23 aufgrund von Josef Strzygowskis Involvierung in den Nationalsozialismus als „diskussionswürdig“ eingestuft. Strzygowski äußerte offensiv Sympathien für die Nationalsozialisten. Sein Spätwerk war zunehmend rassistisch bzw. von einem arischen Nordmythos geprägt und er verankerte sich direkt in der nationalsozialistischen Ideologie. In der Zeit des Nationalsozialismus publizierte er beispielsweise Bücher wie
„Aufgang des Nordens“ oder „Das indogermanische Ahnenerbe des deutschen Volkes und die Kunstgeschichte der Zukunft“.

Zuletzt aktualisiert am 11/19/23

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