Adolf (Rolf) Haas

19.4.1917 – 9.2.1999
born in Wien, Austria

Honors

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Monument for Historians 2022 Faculty of Historical and Cultural Studies

Adolf HAAS, geb. am 9. April 1917 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft 1938: Österreich), Sohn von David Haas (Privatbeamter, arbeitslos) und Rifke Haas (geb. Schrager), wohnte in Wien 8, Fuhrmanngasse 14. Er hatte 1935 am Realgymnasium Wien 8 die Reifeprüfung (Matura) abgelegt und begann im Wintersemester 1935/36 an der Universität Wien Klassische Philologie und Alte Geschichte zu studieren und war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 5. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Klassischer Philologie, Geschichte und Philosophie.

Er wurde im Nationalsozialismus nach dem "Anschluss" aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Universität Wien zu verlassen.

Nach der Reichspogromnacht im November 1938 floh er mit einem Freund aus Österreich und überquerte per Zug illegal die Grenze in die Niederlande, wo er sich bei der Ausländerpolizei in Amsterdam meldete. Nach einigen Wochen wurde er in ein Flüchtlingslager im Süden des Landes gebracht. Später kam er in ein Lager in Hoek van Holland. Dort schrieb er einen Brief an den Bildungsminister, in dem er seine Qualifikationen darlegte. Er wurde aus dem Lager entlassen und erhielt die Möglichkeit, sein Studium in den Niederlanden zu beenden. Er fand in Utrecht eine Unterkunft bei Familie Hamburger, die so etwas wie Stiefeltern für ihn wurden.

Seine Tochter beschreibt 2026: 

"Im Mai 1940 hatten die Deutschen die Niederlande besetzt. Da er die antijüdischen Maßnahmen in Wien miterlebt hatte, wusste er genau, wie viel Zeit ihm blieb, bevor die antijüdischen Gesetze in Kraft treten würden, und eine Woche vor diesem Zeitpunkt schloss er sein Studium der klassischen Sprachen, der antiken Geschichte und des Sanskrit ab. Und das gelang ihm in makellosem Niederländisch.
Anschließend tauchte er mit Hilfe von Mitgliedern der Utrechter Studentenwiderstandsgruppe unter und überlebte den Krieg, war jedoch gebrochen.
Er verlor seine Eltern und den größten Teil seiner Familie, doch wie durch ein Wunder waren seine drei Schwestern am Leben; die beiden älteren Schwestern überlebten Auschwitz. Die Jüngste hatte Österreich im Sommer 1938 verlassen und war nach Britisch-Palästina gelangt."

Einige Zeit nach Kriegsende fand Adolf Haas eine Anstellung als Lehrer für Latein und Griechisch und lernte dort auch seine spätere Ehefrau kennen, Sie heirateten 1956, und 1958 wurde Tochter Nicole geboren.
Ab 1965 arbeitete Adolf Haas an der Universität Groningen musste aber 1976 aufhören zu arbeiten, weil ihn die Kriegsfolgen weder schlafen noch arbeiten ließen. 

Rolf Haas, starb am 9. Februar 1999 in den Niederlanden.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

 

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1935-1938, freundliche Hinweise seiner Tochter Nicole Haas, Niederlande April 2026

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 04/13/26

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