Victor (Viktor) Weisskopf, Prof. Dr.

19.9.1908 – 22.4.2002
geb. in Wien gest. in New York City

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrendoktorat Dr.phil. h.c. 1964/65 Philosophische Fakultät

Victor Weisskopf nahm 1926 sein Studium der Physik an der Universität Wien, studierte bei Hans Thirring die Grundlagen der theoretischen Physik und wechselte auf dessen Anraten 1928 nach Göttingen, um neue Quantenphysik zu studieren. Bereits im Sommer 1937 emigrierte in die USA, wo er auf Vermittlung von Niels Bohr eine Dozentur an der University of Rochester in New York übernahm. Nach dem „Anschluss“ 1938 gelang es ihm mithilfe jüdischer Organisationen in Rochester Affidavits für die Einreise seiner Geschwister und seiner Mutter in die USA zu bekommen. Die Familie musste einen großen Teil ihres Vermögens zurücklassen.

Als Nuklearphysiker leitete Victor Weisskopf 1943-1946 eine Gruppe des Manhattan-Projekts in New Mexico, hatte damit wesentlichen Anteil an der Entwicklung der Atombombe und wurde nach Kriegsende Professor am M.I.T.

Am 11. Mai 1965 wurde Viktor Weißkopf im Rahmen des 600. Universitätsjubiläums das Ehrendoktorat der Philosophischen Fakultät der Universität Wien verliehen. Als Dekan der verleihenden Fakultät stellte Walther Kraus ihn als neuen Ehrendoktor vor:

„Dr. Viktor Weißkopf, Professor am Massachusetts Institute of Technology, hat seine Studien in Wien begonnen. Er wirkt gegenwärtig als Generaldirektor der europäischen Laboratorien der ‚Cooperation Européenne pour les recherehes nucleaires‘ in Genf. Die Beiträge Professor Weißkopfs zur Entwicklung der modernen theoretischen Physik sind sehr zahlreich und haben ihren Niederschlag in dem Standardwerk über Kernphysik von Blatt-Weißkopf gefunden. Seine Theorie der natürlichen Linienbreite sowie sein statistisches Modell der Kernenergie-Niveaus gehören bereits zu den klassischen Teilen der Kernphysik.“
(Die Sechshundertjahrfeier der Universität Wien. Offizieller Festbericht, Wien 1965, S. 54)

> M.I.T. Department of Physics
> Atomic Heritage Foundation
> Wikipedia

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 14.11.2019 - 16:34

  • Viktor Weisskopf

    BestandgeberIn: Universität Wien, Zentralbibliothek für Physik

Druckversion