Franz Nord, Dr. med.

1761 – 1822
born in Krainburg [Kranj], Herzogtum Krain, Slovenia died in Hernals (Wien), Austria

1805–1811 Direktor des Wiener Allgemeinen Krankenhauses

Honors

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Denkmal „AKH-Direktoren“

Franz Nord wurde 1761 als Sohn des Stadtsyndicus Georg Nord und der Josepha, geb. Mesola, in Krainburg im Herzogtum Krain (Kranj/Slowenien) geboren. Er studierte Medizin und promovierte am 25. Jänner 1787 an der Universität Wien zum Dr.med., war später Sekundararzt, ab 1796 Primararzt der Krankenabteilung für Geisteskranke und Sieche im Lazarett und im Narrenturm im Wiener Allgemeinen Krankenhaus (AKH).

Direktor des Allgemeines Krankenhauses in Wien

Nach dem Rücktritt von Direktor Peter Frank aufgrund zu hoher Kosten des Spitals und Rivalitäten mit dem Leibarzt des Kaisers wünschte sich die Regierung wieder eine internationale Koriphäe als Nachfolger. Der Chef des gesamten Medizinalwesens und Direktor der medizinischen Fakultät, der kaiserliche Leibarzt Andreas Josef Freiherr von Stifft betrieb erfolgreich die Ernennung seines Protegés Franz Nord zum Direktor (1805).

Nord hob die zuvor eingeführte kaufmännische Direktion wieder auf, war in Verwaltungsangelegenheiten aber an die Beschlüsse einer Kommission gebunden, die aus mehreren Ärzten und Beamten der Anstalt bestand, an deren Beratungen auch Stifft teilnahm.

Auch andere Reformen seines Vorgängers (u.a. pathologisch-anatomische Museum, Spitalsbibliothek) stellte Nord als Direktor wieder ein, und führte bei der Krankenverpflegung wieder die Verpachtung der Küche ein. Diese war unter seinem Vorgänger mit Erfolg auf Eigenregie umgestellt worden, die erneute externe Betreuung führte zur Verschlechterung und Verteuerung der Krankenverpflegung. Die finanziellen Schwierigkeiten des Krankenhauses nahmen weiter zu, weshalb die Kosten pro Patient*in erhöht werden mussten und der Bürgerspitalsfonds zu einer hohen jährlichen Beitragsleistung verpflichtet wurde.

Franz Nord besaß wenig Autorität und führte das Krankenhaus nachlässig: Es kam zu Veruntreuungen unter den Mitarbeiter*innen des Findelhauses, Beschwerden der Patient*innen über Verpflegung und Behandlung, zu mehreren aufsehenerregenden Unfällen in der „Irrenabteilung“. Nach scharfen Verweisen seitens der Regierung wurde er 1811 ohne Pensionsanspruch entlassen.

Nach der Entlassung

Er war seit 1798 mit der Wiener Arzttochter Josepha Irka (1776–1825) verheiratet, und sie hatten gemeinsam mehrere Kinder, u.a. Ludwig Nord (1800–1800), Franz Xaver Nord (1801-1814).
Franz Nord lebte und arbeitete nach seiner Entlassung 1811 wieder als praktischer Arzt in Wien bzw. im außerhalb der Stadtgrenzen gelegenen Weinhaus (heute: Wien 18, Währing). Er wurde nach einer Erkrankung 1817 wegen „Geistesschwäche“ entmündigt („unter Curatel gestellt“) und starb am 16. Dezember 1822 in Hernals (heute: Wien 17) an „innerer Kopfkrankheit“.

Ehrungen

Sein Name findet sich auf dem „Denkmal der Direktoren des Allgemeinen Krankenhauses“ im 2. Stock des Stöckelgebäudes (ehem. Direktion des AKH) im Hof 1 am Campus der Universität Wien.

Österreichisches Staatsarchiv/HHStA, Kirchenbücher Wien und Krain; Wiener Zeitung

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 10/10/25

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