Erich Kaiser, o. Univ.-Prof. Dr. med.

13.11.1925 – 10.4.2005
geb. in Graz

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
EhrensenatorIn sen.h.c. 1996/97

Erich Kaiser wurde am 13.11.1925 als Sohn des Medizinerehepaars Marius Kaiser (1877-1969) und Gertrude, geb. Müller, in Graz geboren. Nach der Ernennung seines Vaters zum Leiter der Bundesstaatlichen Impfstoffanstalt übersiedelte die Familie nach Wien; Erich Kaiser besuchte hier das Gymnasium der Piaristen, wo er 1943 maturierte. Danach trat er in die Wehrmacht ein und war laut dem im Habilitationsakt von 1958 enthaltenden Lebenslauf bis 1945 an der hygienisch-bakteriologischen Untersuchungsanstalt des Wehrkreises VII (München) tätig – gemeint ist vermutlich Wehrkreis XVII (Wien), wo sein Vater während des Zweiten Weltkriegs als beratender Hygieniker tätig war. Ab Sommersemester 1944 studierte Erich Kaiser Medizin an der Universität Wien, wo er am 16. Juni 1949 zum Dr. med. promoviert wurde.

Nach seiner Promotion war Erich Kaiser bis 1950 Demonstrator am Institut für Medizinische Chemie. Nach einem dreimonatigen Studienaufenthalt am „Istituto sieroterapico milanese“ arbeitete er zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft und von 1953 bis 1955 als wissenschaftlicher Assistent am Medizinisch-Chemischen Institut in Wien. Nach weiteren Studienaufenthalten 1955 – drei Monate an der chemischen Abteilung des Carlsberg-Laboratoriums (heute Carlsberg Research Laboratory) in Kopenhagen sowie drei Wochen am Max-Planck-Institut für Biologie in Tübingen – war Kaiser in den Jahren 1957 und 1958 für Hoffmann-La Roche in Basel tätig.

1958 wurde er an der Universität Wien als Dozent für Medizinische Chemie habilitiert. 1966 erhielt er den Titel eines außerordentlichen Professors, bevor er im Jänner 1973 zum außerordentlichen Professor für Klinische Chemie und Klinische Biochemie und im Juni desselben Jahres zum ordentlichen Professor und Vorstand des Instituts für Medizinische Chemie ernannt wurde. Diese Funktionen übte er bis zu seiner Emeritierung 1996 aus.

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeiten Erich Kaisers sind u.a. die Biochemie der tierischen Gifte, die Bedeutung der Gewebs- und Mastzellen sowie die vergleichende Arterioskleroseforschung. Ein wesentliches Anliegen war ihm die Förderung der klinischen Chemie in Forschung, Lehre und Praxis sowie die Qualitätskontrolle und –sicherung im Laborbereich. Daraus ergab sich seine Mitwirkung an der Gründung der Österreichischen Gesellschaft für Klinische Chemie (ÖGKC) 1969. Nach der Gründung war er zunächst als Sekretär der Gesellschaft tätig, der er von 1971 bis 1973 als Präsident vorstand. 1980 wurde er zum ersten Präsidenten der auf seine Mitinitiative ins Leben gerufenen Österreichischen Gesellschaft zur Qualitätssicherung und Standardisierung (ÖQUASTA) gewählt.

Ab 1972 war er österreichischer Delegierter der Sektion klinische Chemie bei der Internationalen Föderation für klinische Chemie (IFCC) und der Internationalen Union für reine und angewandte Chemie (IUPAC).

Erich Kaiser, der zahlreiche Lehrbücher verfasst hatte, war lange Jahre Vertrauensdozent für ausländische Studierende an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Diesem Engagement verdankte er die Verleihung des Titels Ehrensenator der Universität Wien im Jahr 1996. Bereits 1986 war ihm das Große silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich und 1995 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse verliehen worden.

 

UAW, Akten der Medizinischen Fakultät, GZ 102 aus 1957/58.

UAW, Akten der Medizinischen Fakultät, GZ 49 aus 1965/66.

UAW, Akten des Akademischen Senats, GZ 18 aus 1972/73.

UAW, Senat S 229.26.5 (GZ 71/5 aus 1996/97).

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert am 02.09.2021 - 17:42

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