Wolfhard Mayr, Lic. art.

14.Jhdt – 1418

(latinisiert: Wolfhardus Mayr)

Funktionen

Rektor 1395

Über den Rektor des Sommersemesters 1395, Wolfhard Mayr, gibt es kaum Informationen. Er wurde im Wintersemester 1389/90 als Angehöriger der Österreichischen Nation in die Universitätsmatrikel eingetragen und bereits am 20. Dezember desselben Jahres als Kandidat für das Bakkalaureat der artes präsentiert. Aus den Quellen geht nicht hervor, ob er seine Studien in Wien absolviert hat und erst „verspätet“, also knapp vor seiner Präsentation, immatrikuliert worden war, oder ob er vorher an einer anderen Universität studiert hat. Die Promotion zum Lizenziaten erfolgte 1394 oder 1395. Das Magisterium dürfte er nicht erhalten haben, als Rektor bezeichnete er sich als Lizenziat der artes. In den Akten der Artistenfakultät wird er kaum erwähnt.

Als Rektor des Sommersemesters 1395 bezeichnete sich Mayr als Pfarrer von Tirol (bei Meran). Dieses Amt übte er vermutlich bis 1412 aus, da im September dieses Jahres ein Nachfolger installiert wurde. Aktenkundig wurde der Pfarrer Mayr durch ein Notariatsinstrument vom 25. April 1397, mit dem er die Verbindlichkeiten für einen eigenen Seelsorger in der zu seinem Pfarrbezirk gehörigen Gemeinde Riffian beurkundete. Ob Mayr zuvor Pfarrer von Waidhofen a. d. Ybbs war – 1389 wird dort ein Wolfhart Mayer als Pfarrer genannt – kann nicht eindeutig belegt werden, da es für den Beginn seiner seelsorgerischen Tätigkeit in Tirol unterschiedliche Angaben gibt: So soll er bereits seit 1386 Pfarrer gewesen sein, andererseits ist sein Amtsvorgänger bis 1395 nachweisbar. Wolfhard Mayr starb 1418.

Für die vom Universitätshistoriker Joseph Aschbach aufgestellte Behauptung, Mayr sei Kanoniker bei St. Stephan gewesen, gibt es keine Belege; gleiches gilt für den angeblichen Grad eines Bakkalars der Theologie.

Ulrike Denk

Zuletzt aktualisiert am 10.07.2020 - 13:54