Anton Hilscher, Dr. iur.

18.3.1943 – 21. Jhdt.
geb. in Wien, Österreich

Eigentümer MANZ-Verlag

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
EhrenbürgerIn civ.h.c. 1984/85 Rechts- und Staatswissenschaftliche Fakultät

Dr. Anton Hilscher (und Dkfm. Franz Stein) (MANZ GmbH) wurde am 1. Juli 1985 zum Ehrensenator ernannt, als Mann "... QUI SOCIUS BIBLIOPOLARUM LIBRORUMQUE REDEMPTORUM MANZICORUM NEGOTIA GERENS LIBRIS SEMPER ITA VENDITIS, UT RATIONIBUS ET STUDIOSORUM ET INVESTIGATORUM CONSULERETUR, NECNON MULTIS LIBRIS BIBLIOTHECAE ORDINIS IURIS PERITORUM LARGISSIME DONATIS DE UNIVERSITATE VINDOBONENSI OPTIME MERITUS EST" (Wortlaut Diplom)

Anton C. Hilscher wurde 1943 als Sohn von Mag.arch. Hans Hilscher und Edith Hilscher, geb. Stein in Wien geboren. Er absolvierte das Akademische Gymnasium in Wien, wo er 1961 die Reifeprüfung (Matura) ablegte und nach einem Jahr als Austauschstudent in den USA 1961/62 den Militärdienst in Österreich ablegte und anschließend an der Universität Wien Rechtswissenschaften studierte und daneben am Aufbau und der Organisation von zwei Bibliotheken mitarbeitete sowie drei Jahre als Assistent der Geschäftsleitung in einem Handelsbetrieb arbeitete.

1970 promovierte er zum "Dr.iur.", schloß 1970/71 das Gerichtsjahr an und begann 1971/72 im Familienunternehmen der Manz'schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung zu arbeiten, machte 1972/73 noch ein Volontariat im Verlag C.H.Beck, München, und trat 1973 als geschäftsführender Gesellschafter in das Familienunternehmen ein.

Er betreute in den 1970er und 1980er Jahren besonders die Reihe "MANZ Studienbücher" und die "Schriftenreihe der Internationalen Gesellschaft für Urheberrechte.V." und entwickelte die für Studierende konzipierten Gesetzessammlungen "Bydlinski, Österreichische Gesetze" und "Schäffer, Österreichische Verfassungs- und Verwaltungsgesetze" und baute die Literaturinformation im Universitätsbereich aus mit dem Aufbau einer eigenen Abteilung zur Betreuung der Universitätsinstitute und der Studierenden. Er verbesserte auch die Literaturversorgung der Studierenden in der Technischen Universität Wien durch Wiederaufbau der Technischen Fachbuchhandlung FRIC.Weiters betreute er geschäftsführend die Entwicklung des elektronischen juristischen Informationssystems, Rechts-Datenbank GesmbH (RDB), für Wissenschaft und Praxis in Österreich und initiierte eine Literaturspende an die Fakultätsbibliothek Rechtswissenschaften Wien, 1984.

Das Fakultätskollegium der Rechts- und Staatswissenschaftlichen Fakultät beschloss im März 1985 die Ehrenbürgerschaft für Dr. Anton Hilscher und Dkfm. Franz Stein, die beiden persönlich haftenden und geschäftsführenden Gesellschafter der Manz'schen Verlags- und Universitätsbuchhandlung (Julius Klinkhardt & Co.) zu beantragen. Der Buchhandlung wurde wegen ihrer besonderen Nahebeziehung zur Universität Wien bereits 1983 die Führung des Titels "Universitätsbuchhandlung" verliehen. Der Senat folgte im Mai 1985 einstimmig dem Antrag, da sie in ihrem Verlag eine eigene Abteilung zur Betreuung der Universitätsinstitute und der Studierenden aufgebaut hatten, um die Interessen der Lehrenden und Studierenden verstärkt bei der Unternehmensplanung berücksichtigen zu können, und in diesem Sinne eine günstige Kurzlehrbuch- und Studienbuch-Reihe gestartet hatten sowie wissenschaftliche Monographien zu Verbreitung neuer Forschungsergebnisse auch für kleines Zielpublikum verlegten und kurz zuvor auch eine günstige umfassende Berufsinformation für Jurist*innen herausgebracht haten. Darüber hinaus widmeten sie anlässlich der Errichtung des Juridicums der Fakultätsbibliothek für Rechtswissenschaften 1984 eine Bücherspende in der Höhe von ATS 300.000,- und beteiligten sich an der Entwicklung des Hörerscheinsystems, mit dem Studierende wesentlich verbilligte Bücher beziehen konnten.

Aus all diesen Gründen wurden er und Dkfm. Franz Stein am 1. Juli 1985 zu Ehrenbürgern der Universität Wien ernannt.

Albert C. Hilscher war weit über die Grenzen der Branche hinaus als "Anwalt für das Buch" bekannt und engagierte sich jahrzehntelang auf nationaler und internationaler Ebene für die Interessen der Verlage. Er war Vorsitzender des Arbeitskreises wissenschaftlicher Bibliotheken im Hauptverband des österreichischen Buchhandels (1997-2004 Präsident) und Vertreter Osterreichs im Vorstand der internationalen Arbeitsgemeinschaft wissenschaftlicher Sortimentsbuchhandlungen (AWS), Frankfurt, stv. Vorsitzender der European Information Providers' Association (EURIPA), Brüssel, Vorstandsmitglied der International Publishers’ Association und 2002-2004 Präsident der Federation des Editeurs Europeens (FEP) und Mitglied des Ausschusses Informationssysteme der Verlegervereinigung Rechtsinformatik e.V. (VRI), Darmstadt. Bei seiner Verbandsarbeit in Wien und Brüssel machte er sich in den 1990er und 2000er Jahren besonders um den Erhalt der Buchpreisbindung verdient, wofür er 2003 mit der Plakette "Dem Förderer des Deutschen Buches" des Börsenvereins ausgezeichnet wurde

Er blieb noch lange als Mitglied im Verwaltungsrat der MANZ GmbH und war von 2009-2014 noch im Verwaltungsrat der Rotary Verlags GmbH.

UAW RA GZ 71/7 ex 1984/85 (= S 229.14.07)

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 07.04.2022 - 19:41

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