Franz Ritter von Höck, Dr. art. lib., Dr. phil.

11.10.1749 – 12.12.1835
geb. in Pressburg, Ungarn | Bratislava, Slowakei gest. in Bürgerspitalzinshaus, Wien, Österreich

(Franz (František) Hoeck)

Funktionen

DekanIn Philosophische Fakultät 1796/97
Rektor 1801/02

Franz Höck (Hoeck), Sohn eines Kaufmanns, besuchte die unteren Schulen in seiner Heimatstadt Pressburg und trat anschließend in Wien in den Jesuitenorden ein. Nach der 1773 erfolgten Aufhebung des Ordens wurde er 1777 zum Präfekten der k.k. Akademie für Orientalische Sprachen (1964 wiederbegründet als Diplomatische Akademie Wien im Theresianum) ernannt. Hier widmete sich Höck intensiven Studien der orientalischen Sprachen, sodass er wenige Jahre später diese sowie Philosophie als Professor an der Akademie lehrte.

Nach dem Tod des Akademiedirektors Johann Nekrep wurde Franz Höck nach acht Jahren als Präfekt 1785 von Kaiser Joseph II. zum Direktor der Orientalischen Akademie berufen – eine Funktion, die er 47 Jahre lang ausüben sollte. Weiterhin unterrichtete er zudem orientalische Sprachen, Religionslehre sowie vaterländische und orientalische Geschichte.
Unter Höcks jahrzehntelanger Leitung erlebte die Akademie einen Aufschwung: In diesem Zeitraum brachte sie über 100 Absolventen hervor, die damit die Grundlage für eine Karriere im diplomatischen Dienst im „Orient“ legten. Dank Höcks Engagement wurde eine Sammlung von über 20.000 Geschäftsbriefen und anderen Schriftstücken in verschiedenen orientalischen Sprachen angelegt, welche den Zöglingen der Akademie zu Übungszwecken zur Verfügung standen. Auch die Bibliothek der Akademie konnte erheblich ausgebaut werden.

Franz Höck arbeitete selbst führend an der Veröffentlichung zentraler Lehrbücher für orientalische Sprachen und Geschichte mit, darunter die von Bernhard Jenisch publizierte Neuauflage des arabisch-türkisch-persischen Wörterbuchs von Franz von Mesgnien-Meninski (Thesaurus Linguarum orientalium turcicae / Lexicon Arabico – Persico – Tvrcicum, 1680, 2. Auflage 1780) sowie Jenischs Werke „De fatis linguarum orientalium“ (1780) und „Historia priorum regum Persarum“ (1782). Zu der von Joseph von Hammer-Purgstall herausgegebenen Fachzeitschrift „Fundgruben des Orients“ trug Höck in zwei Jahrgängen kurze Beiträge zu „Sententiae turcicae e variis auctoribus“ („Türkische Sprichwörter und Sentenzen“) bei.

An der Universität Wien wurde Franz Höck 1792 zum Doktor der Philosophie promoviert. Er fungierte hier im Studienjahr 1796/97 als Dekan der Philosophischen Fakultät sowie 1801/02 als Rektor der Universität. Nach dem Tod des Fakultätsseniors der Philosophischen Fakultät, Johann Wilhelm Bauer, wurde Höck 1825 zu dessen Nachfolger ernannt.

Für seine Verdienste für die k.k. Orientalische Akademie wurde Franz Höck vielfach geehrt: 1795 erfolgte seine Ernennung zum infulierten Abt von Kács (Ungarn) und 1818 jene zum wirklichen Abt von Lekér. Anlässlich der Feier zum 50. Jahrestag seines Eintritts in die Akademie wurde Höck 1827 mit dem Ritterkreuz des Leopold-Ordens ausgezeichnet – und damit in den erblichen Ritterstand erhoben. 1832 trat er nach 55 Dienstjahren in der Akademie in den Ruhestand und wurde aus diesem Anlass mit dem Titel eines k.k. Hofrates ausgezeichnet.
Er starb drei Jahre später im Alter von 86 Jahren.

Werke (Auswahl)

Sententiae turcicae e variis auctoribus (in: Fundgruben des Orients, Band 1, S. 449), 1809.
Sententiae turcicae e variis auctoribus (in: Fundgruben des Orients, Band 2, S. 20), 1813.

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 28.01.2022 - 13:51

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