Eduard (Edward) Glaser

26.12.1918 – 19.8.1972
geb. in Wien, Österreich gest. in Detroit, Vereinigte Staaten

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ 2022 Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät

Eduard GLASER, geb. am 26. Dezember 1918 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Sohn von Dr.jur. Josef Glaser (1882–1959, Jurist, Bankbeamter) und Dr.med. Salomea (Szeindel) Glaser (geb. Gross, 1889–1955, Ärztin) und wohnte in Wien 2, Franz-Hochedlinger-Gasse 9. Eduard Glaser hatte 1936 am Bundesgymnasium in Wien 2 maturiert und startete im Wintersemester 1936/37 sein Studium an der Universität Wien und war zuletzt im Wintersemester 1937/38 an der Philosophischen Fakultät im 3. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Alter Geschichte und Klassischer Philologie (Latein und Griechisch).

Er wurde im Nationalsozialismus aus rassistischen Gründen gezwungen, das Studium abzubrechen und die Uni-versität Wien zu verlassen, ebenso wie seine jüngere Schwester Lucy Glaser-Merritt, die 1938 an der Medizinischen Fakultät studierte und ebenfalls von der Universität Wien vertrieben wurde.

Sein Vater, Dr. Josef Glaser (1882–1959) hatte 1917 an der Deutschen Universität in Prag/Österreich-Ungarn [Praha/Tschechische Republik]) zum Juristen promoviert und war Bankbeamter in der Boden-Creditanstalt bzw. nach der Fusionierung 1930 in der Creditanstalt-Bankverein, wurde dort aber Ende 1933 abgebaut und frühpensioniert, während seine Mutter, die 1915 an der Universität Wien zur Ärztin promovierte Szeindel Gross, in der Wirtschaftskrise am Allgemeinen Krankenhaus und in eigener Praxis bis 1938 weiterarbeiten konnte, bis sie im Nationalsozialismus nur mehr jüdische Patient*innen behandeln durfte.

Nachdem seine Eltern und seine Schwestern bereits 1938 nach England emigriert waren, musste auch Eduard Glaser aus Wien flüchten und konnte 1939 als Forstarbeiter nach Argentinien emigrieren und später in die USA. Während seine Schwester und seine Eltern im November 1940 von England ebenfalls in die USA emigriert waren und in Detroit lebten, wurde Edward Glaser in die US-Army eingezogen.

Er konnte später weiterstudieren und in Harvard in Spanischer Literatur promovieren und wurde Universitäts-Professor für spanische und portugiesische Literatur am Romanistik-Department der University of Michigan in Ann Arbor, wo er auch mit seiner Frau Odete Faria Glaser (1929-199?) und den beiden gemeinsamen Kindern lebte.

Er starb am 29. August 1972, erst 53-jährig, in Ann Arbor, Michigan/USA und ist am dortigen Forest Hill Cemetery bestattet.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

 

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1936–1938; Briefe von Lucy Glaser-Merritt an Herbert Posch vom 2. September 2002 und Oktober 2002; www.ancestry.de.

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 22.01.2024 - 23:07

  • Edward Glaser

    Eduard Glaser 1946 in Detroit/USA

    BestandgeberIn: Austrian Heritage Collection am Leo Baeck Institute New York
    1946

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