Walter Blum

23.7.1919 – 22.12.1998
geb. in Wien, Österreich gest. in St. Pölten, Österreich

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Denkmal „Vertriebene Historiker*innen“ 2022 Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät

Walter Josef Franz BLUM, geb. am 23. Juli 1919 in Wien (heimatberechtigt in Wien, Staatsbürgerschaft: Österreich), Sohn von Paul Blum (Versicherungsprokurist, 1881-1935) und Maria Blum (geb. Sobiehart, 1881-?), wohnte in Wien 13, Mantlergasse 45, war zuletzt im Wintersemester 1938/39 an der Philosophischen Fakultät im 3. Studiensemester inskribiert und belegte Vorlesungen in Klassischer Philologie, Alter Geschichte und Germanistik.

Er galt als "Mischling 1. Grades" und konnte sein Studium - bei jederzeitigem Widerruf - vorläufig fortsetzen. Er legte am 27. März 1940 seine Dissertation "Die Gestalt des Königs in der attischen Tragödie" vor, die von seinen Betreuern, den Klassischen Philologen Prof. Johann Mewaldt und Prof. Richard Meister mit "Sehr gut" bewertet wurde, um sich zu den Rigorosen im Hauptfach Klassische Philologie und den Nebenfächern Alte Geschichte und Philosophie anzumelden, wurde aber aus "rassischen" Gründen nicht zu Prüfungen zugelassen.
Er versuchte dann, an der Hochschule für Welthandel zu inskribieren um in der Industrie unterzukommen, schließlich wurde er vom Reichserziehungsministerium Berlin zwar zu den Rigorosenprüfungen zugelassen, nicht aber zur Promotion.

Er konnte daher erst fünf Jahre später, nach dem Ende des Nationalsozialismus, beim erstmöglichen Termin am 17. Mai 1945 promovieren und mit seiner Dissertation vom März 1940 im Fach Klassische Philologie und Altertumskunde den »Dr. phil.« erwerben.
Er trat 1946 in den Schuldienst ein und war Gymnasiallehrer für Latein, Griechisch und Deutsch am Bundesrealgymnasium Wien 12 (12., Erlegasse 32-34, später: Singrienergasse 19-21) wo er im Dezember 1984 auch als Oberstudienrat in Pension ging. 1985 wurde er mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.
Er war seit 1965 verheiratet mit Dr. Stefanie Vosátka und heiratete 1985 in St. Pölten in zweiter Ehe Eva Maria Pangrazzi. Er verfasst auch Schulbücher für den Lateinunterricht an Gymnasien, so erschien zuletzt noch ein Jahr vor seinem Tod das Buch "Latein immer modern. Texte und Kommentar" im Wiener Verlag Hölder-Pichler-Tempsky (1997).

OStR i.R. Mag. Dr. Walter Blum starb am 22. Dezember 1998 in St. Pölten/Niederösterreich.

Ehrung

Seit 2009 wird an ihn im "Gedenkbuch für die Opfer des Nationalsozialismus an der Universität Wien 1938" erinnert (online).

Seit 2022 findet sich sein Name auch auf dem "Wenn Namen leuchten | Denkmal für die im Nationalsozialismus vertriebenen Geschichte-Studierenden und -Lehrenden der Universität Wien", im ersten Stock des Hauptgebäudes der Universität.

Archiv der Universität Wien/Nationale PHIL 1937-1939, PHIL GZ 743 ex 1939/40, ONr. 54, Rigorosenakt und -protokoll PHIL 15390, Promotionsprotokoll PHIL 1941-1956 Nr. 462

Herbert Posch

Zuletzt aktualisiert am 22.01.2024 - 22:43