Franz Xaver Ritter von Matoschek, Prof. Dr. med.

23.10.1758 – 27.4.1828
geb. in Hohenstadt, Mähren | Zábřeh, Tschechische Republik

Funktionen

Vize-DekanIn Medizinische Fakultät 1808/09
DekanIn Medizinische Fakultät 1809/10
DekanIn Medizinische Fakultät 1810/11
DekanIn Medizinische Fakultät 1811/12
Rektor 1812/13

Franz Xaver Matoschek, Sohn eines Landwirten, besuchte das Gymnasium in Olmütz und trat anschließend in das dortige Erzbischöfliche Alumnat ein, wo er vier Jahre lang Theologie studierte. Kurz vor Beendigung seiner Studien verließ er das Alumnat und nahm das Studium der Arzneikunde (Medizin) an der Universität Wien auf. Zu seinen Lehrern zählten die Professoren Nikolaus von JacquinJosef BarthFerdinand von Leber und Maximilian Stoll. Nach seiner Promotion zum Doktor der Arzneikunde am 2. Dezember 1786 war er zunächst als praktischer Arzt in Wien tätig.

Matoschek lehrte an der Medizinischen Fakultät der Universität Wien. Das Professorenkollegium der Fakultät wählte ihn im Studienjahr 1808/09 zum Vizedekan sowie in den Studienjahren 1809/10, 1810/11 und 1811/12 zum Dekan. Anschließend übernahm er im Studienjahr 1812/13 das Amt des Rektors.

Ab 1810 übte er als Vizedirektor der medizinisch-chirurgischen Studien über diese hinaus großen Einfluss aus. Im Rahmen der von Andreas von Stifft initiierten Reformen des medizinischen sowie tierarzneilichen Studienwesens, die die Einrichtung und Umgestaltung zahlreicher Lehrkanzeln sowie die Gründung bzw. Erweiterung von naturwissenschaftlich-medizinischen Museen und Sammlungen umfasste, spielte Matoschek eine zentrale Rolle. In dieser Funktion oblag ihm die Oberaufsicht über das gesamte medizinische sowie tierarzneiliche Studienwesen im Kaiserreich sowie die Förderung und fortschrittliche Ausstattung der medizinischen Lehranstalten. Er vollzog die 1812 von Stifft initiierte Eingliederung des „k. k. Thierarzney-Instituts“ (heute: Veterinärmedizinische Universität Wien) in die Medizinische Fakultät der Universität Wien und damit die Herauslösung der Veterinärmedizin aus der Militär- (Hofkriegsrat) in die Unterrichtsverwaltung (Studienhofkommission). 

Parallel wurde er als staatlicher Gutachter in Sanitätsgegenständen sowie als Bücherzensor der medizinisch-chirurgischen, geburtshilflichen, tierärztlichen u.a. verwandten Wissenschaften herangezogen.

Aus gesundheitlichen Gründen legte er seine Funktionen - allen voran das Vizedirektorat, das er 18 Jahre lang ausgeübt hatte - Anfang 1828 zurück. 

Für seine Verdienste als Arzt und Staatsbeamter wurde Franz Xaver Matoschek mehrfach geehrt. So wurde er 1815 in den erbländischen Adelstand sowie 1820 in den erblichen Ritterstand erhoben (Franz Xaver Ritter von Matoschek). Anlässlich seiner Pensionierung wurde er 1828 zum k.k. Rat ernannt.

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 24.02.2022 - 12:46

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