Johann Debrois Edler von Bruyck, Dr. phil., Dr. jur.

28.1.1751 – 8.11.1830
geb. in Prag | Praha, Tschechische Republik gest. in Wien, Österreich

Funktionen

Dekan*in Philosophische Fakultät 1814/15
Rektor 1815/16
Rektor 1819/20

Johannes Debrois Edler von Bruyck begann seine Studien in seiner Heimatstadt Prag und promovierte hier zum Doktor der Philosophie. Anschließend wandte er sich der Rechtswissenschaft zu und wurde 1774 Sekretär des Benediktinerstifts in Braunau (Broumov, Tschechien). In dieser Funktion war er an den Arbeiten des Abtes Franz Stephan Rautenstrauch – zugleich Direktor der theologischen Studien an der Universität Prag, später in Wien sowie Vorsitzender der „Hofcommission in Cultusangelegenheiten – an einem Entwurf eines neuen theologischen Lehrplans (Entwurf zur Einrichtung der theologischen Schulen in den k.k. Erblanden, 1782; Entwurf zur Einrichtung der Generalseminarien in den k.k. Erblanden, 1784) sowie der Reorganisation des Theologiestudiums im Zuge der theresianisch-josephinischen Studienreformen beteiligt.

Nach dem Tod des Abtes Rautenstrauch trat Debrois 1785 als Konzipist in den Dienst der geistlichen und der Studien- und Büchercensierungs-Hofkommission ein. 1786 wurde er zum Gubernial-Präsidialsekretär in Prag ernannt. 
1792 wechselte als Hof-Präsidialsekretär zum k.k. Direktorium in Wien.

Als Geschichtsforscher widmete sich Debrois im Auftrag der Stände Böhmens in mehreren Werken der Krönung Leopolds II. zum König von Ungarn.

In Wien setzte Johann Debrois zudem seine juridischen Studien fort und wurde an der Universität Wien 1803 – unter Erlass der üblicherweise verpflichtenden öffentlichen Verteidigung seiner Dissertation – zum Doktor der Rechtswissenschaften promoviert. Damit zählte er auch zu den Mitgliedern der Juridischen Fakultät.
An der Universität Wien fungierte Debrois im Studienjahr 1808/09 als Prokurator der Sächsischen Nation. In dieser Funktion war er gemeinsam mit dem Prokurator der Österreichischen Nation, Johann Franz Hieber, für die Vorbereitungen des Restaurationsfestes zuständig. Diese Feier fand seit 1757 alljährlich in Erinnerung an die Reformen Maria Theresias statt, die die Universität Wien aus dem Einfluss des Jesuitenordens in den staatlichen Verantwortungsbereich überführt hatten.

1810 wurde Debrois als Beisitzer in die Studien- und Büchercensur-Hofkommission sowie in die Central-Organisierungs-Hofkommission berufen. Zeitgleich erfolgte seine Ernennung zum k. k. niederösterreichischen Regierungsrat.

Johann Debrois Edler von Bruyck wurde im Studienjahr 1814/15 zum Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Wien gewählt und amtierte 1815/16 und 1819/20 als Rektor der Universität. Während seiner zweiten Amtsperiode als Rektor erhielt der Botanische Garten der Universität 1819 die Nutzungsrechte für die zum Belvedere – und damit zum kaiserlichen Besitz – gehörigen Äcker. Als Rektor unterzeichnete Debrois 1820 gemeinsam mit den vier Dekanen Adrian Gretsch, Franz von Heintl, Franz Muzer und Franz Joseph von Bretfeld, dass die Universität die Eigentumsrechte des Kaisers anerkannte und die Ackerflächen auf Verlangen an diesen zurückgeben werde.

Für seine Verdienste wurde Debrois 1810 zum k.k. Regierungsrat und 1818 zum k.k. Hofrat ernannt. Er gehörte mehreren gelehrten Gesellschaften an, darunter als Ehrenmitglied der Akademie der vereinigten bildenden Künste und der Akademie der Wissenschaften und Künste in Padua sowie als auswärtiges bzw. korrspondierendes Mitglied der k. böhmischen Gesellschaft der Wissenschaften und der k.k. Gesellschaft des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde in Mähren.

1827 trat er den Ruhestand an und starb drei Jahre später im Alter von 79 Jahren.

Werke (Auswahl)

Almanach auf das Jahr 1791. Für Geistliche und Litteraturfreunde, 1791.
Aktenmäßige Krönungs-Geschichte des Königs von Böhmen, Leopold des Zweiten und Maria Louisens (3 Bände), 1791/92.
Urkunde über die vollzogene Krönung Seiner Majestät des Königs von Böhmen Leopold des Zweyten und Ihrer Majestät der Gemahlinn des Königs, Maria Louise, gebornen Infantinn von Spanien, 1818.

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 22.02.2024 - 22:23