Johann (Hans) Denk

27.9.1920 – 8.5.1998
geb. in Wien, Österreich

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrenzeichen Ehrenz. gold. 1976/77

Die Universität Wien verlieh dem Verwaltungsdirektor Regierungsrat Hans Denk im Dezember 1976 das goldene Ehrenzeichen der Universität Wienaufgrund der besonderen Verdienste“, die er sich „als leitender Verwalter des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien durch die Betreuung und Neuplanung der Universitätskliniken um die Medizinische Fakultät der Universität Wien erworben hat“ (Wortlaut Diplom).

Hans Denk besuchte die Volks- und Mittelschule in Wien und legte 1939 die Matura ab. Im Jänner 1940 wurde er in die Wehrmacht einberufen und wurde zunächst zum Fliegerausbildungsregiment Nr. 24 in Wischau bei Brünn abkommandiert.

Als Sanitäts-Obergefreiter beabsichtige er im Frühjahr 1943 an der Universität Wien das Studium der Medizin zu beginnen. Da er im Nationalsozialismus als „Mischling II. Grades“ galt, musste er – wie alle „Mischlinge“ seit 1940 – ein Gesuch an das Reichserziehungsministerium Berlin um Studienzulassung stellen. Der zuständige Dekan der Medizinischen Fakultät, Eduard Pernkopf, hatte ein Gutachten zu erstellen, das „insbesondere auf den persönlichen Eindruck über die Persönlichkeit und das Aussehen des Gesuchstellers einzugehen [hatte]. Dabei ist zu erwähnen, ob und inwieweit Merkmale der jüdischen Rasse beim Gesuchsteller äußerlich erkennbar sind.“ (Erlass des Reicherziehungsministeriums, 5. Jänner 1940). Dementsprechend stellte Pernkopf am 7. Juni 1943 fest, dass Hans Denk Militärangehöriger sei und an seinem Äußerem „nichts auffallend Jüdisches“ zu erkennen sei. Auf Bitte des Rektorats übermittelte auch das NSDAP-Gaupersonalamt Wien am 7. September 1943 eine Stellungnahme, derzufolge Denk „in politischer Hinsicht nicht nachteilig in Erscheinung getreten“ sei. Die Ortsgruppenleitung Einsiedel gab zudem bekannt, dass Denk bereits 1937 der HJ angehört habe. Auf Basis der politischen Begutachtungen genehmigte der Rektor der Universität Wien, Fritz Knoll, am 10. September 1943 „vorbehaltlich“ Denks Zulassung zum Medizinstudium, „falls ihm von der Wehrmacht eine Studienbewilligung bezw. ein Studienurlaub erteilt wird.“ (Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat, GZ 97/II ex 1943/44 und Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik, Zivilakten der NS-Zeit, BMI, Gauakt 164.330 Johann Denk).

Hans Denk blieb bis Ende des Zweiten Weltkrieges im Kriegseinsatz.

1946 trat Denk in den Dienst der Magistratsabteilung 17 (Anstaltenamt) der Stadt Wien ein, die für die städtischen Kranken- und Wohlfahrtsanstalten sowie einschlägige Lehranstalten wie Krankenpflegeschulen, Hebammenlehranstalt usw. zuständig war. 1965 stieg Denk innerhalb der MA 17 zum leitenden Verwalter des Wiener Allgemeinen Krankenhauses (AKH) auf. Unter seiner Verwaltung wurden mehrere Universitätskliniken durch Umbauten und Zubauten umgestaltet, um den medizinischen und wissenschaftlichen Betrieb zu optimieren.

Nachdem Anfang der 1960er-Jahre die lange gehegten, unterschiedlichsten Pläne zum Neubau eines neuen Allgemeinen Krankenhauses konkrete Form annahmen, gehörte Hans Denk den zentralen Planungsgremien an (Bau- und Spitzenausschuss für den Neubau des Allgemeinen Krankenhauses, Planungskommission der Stadt Wien für die Krankenhäuser) und fungierte als ständiger Berater der Bauleitung und der Arbeitsgemeinschaft der Architekten für den Neubau des Allgemeinen Krankenhauses. Hier fungierte er als Schnittstelle zwischen den medizinischen Leitern der Universitätskliniken sowie den Architekten und Organisatoren des Neubaus. Im Zuge der ersten beiden Bauabschnitte wurden zwischen 1964 und 1974 drei Wohnhäuser für Ärztinnen, Ärzte und Krankenpfleger*innen, die auch die Krankenpflegeschule inklusive eines Internats für über 300 Schüler*innen beherbergen, sowie die Kliniken für Kinderheilkunde und Psychiatrie sowie ein Kindergarten errichtet werden.

Neben seiner Verwaltungstätigkeit war Denk auch in der Ausbildung des künftigen Krankenhauspersonals als Vortragender und Prüfer in der Krankenpflegeschule, der Kinderkrankenpflegeschule und der Schule für den radiologisch -technischen Dienst, für den physiko-therapeutischen Dienst und der Schule für den Diätdienst tätig. Auch als Vortragender sowie in verschiedenen Veröffentlichungen widmete er sich seinen Arbeitsschwerpunkten Spitalsorganisation, -betrieb und –planung. 1971 veröffentlichte Hans Denk etwa gemeinsam mit anderen (u. a. dem Architekten Alexander Marchart und Franz Ritschl, Direktor des AKH) ein Buch über das „Allgemeine Krankenhaus“, das sowohl dessen Geschichte ab dem ausgehenden 17. Jahrhundert, den gegenwärtigen Zustand als auch die Neubaupläne, die 1982 abgeschlossen werden sollten, thematisierte.

Im Juni 1976 schied aus seiner Position als leitender Verwalter des AKH aus und wurde innerhalb der MA 17 zum Verwaltungsdirektor ernannt.

Sein Ausscheiden nahm die Medizinische Fakultät zum Anlass, Hans Denk für seine langjährige Tätigkeit als Verwalter des AKH zu ehren. Am 18. Juni 1976 übermittelte Prof. Otto Novotny, Vorstand der I. Hals,- Nasen- und Ohrenklinik, dem Dekan Otto Kraupp einen Antrag auf Verleihung des Ehrenzeichens der Universität Wien an Hans Denk, der außerdem von 27 weiteren Professoren (Hans Asperger, Peter Berner, Karl Burian, Karl Chiari, Erwin Deutsch, Eduard Gitsch, Georg Grabner, Wilhelm Holczabek, Heinrich Holzner, Karl Hruby, Hugo Husslein, Fritz Kaindl, Karl Heinz Kärcher, Otto Mayrhofer, Johann Navratil, Gustav Niebauer, Ludwig Psenner, Herbert Reisner, S. Rummelhardt, Hans Slezak, Hans Spängler, Paul Speiser, Walter Spiel, Karl Hermann Spitzy, Josef Tappeiner, Emanuel Trojan, Siegfried Wunderer) unterzeichnet worden war. Die gesamte Medizinische Fakultät würdigte somit die Verdienste des einstigen Verwalters.
Als Dekan legte Kraupp den Antrag in der Sitzung des Akademischen Senats am 13. Oktober 1976 vor und betonte, dass sich Denk „aufgrund „seiner langjährigen Tätigkeit große Verdienste um Betrieb, Ausstattung, bauliche Gestaltung und den Neubau der Kliniken der Universität erworben“ hatte. Der Senat stimmte der Verleihung einstimmig zu.
Die Verleihung fand am 16. Dezember 1976 im Amtszimmer des Rektors (Franz Seitelberger) statt. Hans Denk erhielt das goldene Ehrenzeichen der Universität Wienaufgrund der besonderen Verdienste“, die er sich „als leitender Verwalter des Allgemeinen Krankenhauses der Stadt Wien durch die Betreuung und Neuplanung der Universitätskliniken um die Medizinische Fakultät der Universität Wien erworben hat“ (Wortlaut Diplom).

Hofrat Johann Denk verstarb am 8. Mai 1998 im Alter von 77 Jahren und wurde am Friedhof Hernals im 17. Bezirk in Wien bestattet.

Werke (Auswahl)

Neubau Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien, Universitätskliniken, 1971.

Archiv der Universität Wien, Senat S 229.5.13 (Denk, Hans, Verleihung des Goldenen Ehrenzeichens der Universität Wien).
Archiv der Universität Wien, Akademischer Senat, GZ 97/II ex 1943/44 (Mischlinge: Zulassung zum Studium und Weiterstudium u. Promotion).
Österreichisches Staatsarchiv/Archiv der Republik, Zivilakten der NS-Zeit, BMI, Gauakt 164.330 Johann Denk.
Friedhöfe Wien, Verstorbenensuche

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 21.02.2024 - 20:41

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