Jakob Ruttenstock, o. Univ.-Prof. Dr. theol. h. c.

10.2.1776 – 22.6.1844
geb. in Wien, Österreich gest. in Klosterneuburg, Österreich

Ehrungen

Ehrung Titel Datierung Fakultät
Ehrendoktorat Dr. theol. h.c. 1833 Katholisch-Theologische Fakultät
Ehrentafel-Fakultät 1892/93 Katholisch-Theologische Fakultät

Funktionen

Rektor 1838/39

Jakob (Jacob) Ruttenstock, Sohn eines Maurers, absolvierte das Gymnasium sowie die philosophischen Jahrgänge in Wien, ehe er am 6. Oktober 1795 in das Augustiner-Chorherrenstift Klosterneuburg eintrat. Er nahm das Studium der Theologie an neueingerichteten Hauslehranstalt sowie an der Universität Wien auf und empfing im Jahr 1800 die Profess und die Priesterweihe. Anschließend arbeitete er kurzzeitig als Kooperator (Seelsorger) in den Pfarren Hietzing und Klosterneuburg. An der theologischen Lehranstalt seines Stifts lehrte er ab 1804 als Professor der Kirchengeschichte, im Folgejahr übernahm er zusätzlich das Fach Kirchenrecht. Ruttenstock wurde 1806 zum Novizenmeister und 1811 zum Stiftspfarrer (Pfarrverweser) sowie Direktor der Stiftshauptschule ernannt.

Parallel lehrte Jakob Ruttenstock ab 1809 als supplierender Professor der Kirchengeschichte an der Theologischen Fakultät der Universität Wien. Nach bestandener Konkursprüfung wurde er 1813 zum ordentlichen Professor der Kirchengeschichte an der Universität Wien berufen. Neben dem Lehramt, das er bis 1830 ausübte, war er ab 1817 auch als k.k. Bücherzensor für theologische Schriften tätig.

Nach dem Tod des Propsts des Stifts Klosterneuburg, Gaudentius Dunkler, 1829 wurde Jakob Ruttenstock am 8. Juni 1830 zu dessen Nachfolger gewählt. Gleichzeitig erfolgte seine Ernennung zum lateranischen Abt, Prälaten und Oberst-Landes-Hofkaplan im Erzherzogtum Österreich unter der Enns. Während seiner Amtszeit als Propst ließ er zwischen 1834 und 1842 den bereits im vorigen Jahrhundert begonnenen und 1740 eingestellten Neubau des Stiftsgebäudes nach Plänen von Josef Georg Kornhäusel fertigstellen. Zudem wurden die Stiftskirche und die Grabkapelle des heiligen Leopold renoviert sowie ein großer Ziergarten angelegt. Auch in Floridsdorf und Gaudenzdorf wurden neue Stiftsgebäude errichtet. Ruttenstock gelang es, die Finanzen des Stiftes zu sanieren und die Herrschaften Strebersdorf, Jedlesee und Jedlersdorf anzukaufen.

Ruttenstock, der eine dreibändige Kirchengeschichte („Institutiones historiae ecclesiasticae“, 1832–1834) sowie zahlreiche Predigten veröffentlichte, wurde 1832 zum k. k. Regierungsrat, Direktor der Gymnasialstudien und zum Beisitzer sowie Referenten der Studienhofkommission erhoben. Diese Ämter übte er bis 1842 aus.

Für seine Verdienste wurde Jakob Ruttenstock vielfach geehrt: So wurde er 1833 zum Ehrendoktor der Theologischen Fakultät der Universität Wien ernannt (Dr. theol. h.c.) und für das Studienjahr 1838/39 zum Rektor der Universität Wien gewählt. Er war Mitglied des niederösterreichischen Prälatenstandes und Verordneter der niederösterreichischen Stände. Anlässlich der Niederlegung seines Amtes als Direktor der Gymnasialstudien und Referent der Studienhofkommission erhielt Ruttenstock das Ritterkreuz des Leopoldordens. Zudem fungierte er als Ausschussmitglied der k. k. Landwirtschafts-Gesellschaft und der k. k. privilegierten Brandschaden-Versicherungs-Gesellschaft in Wien.
Fast 50 Jahre nach seinem Tod wurde sein Name 1892/93 in die Ehrentafel der Theologischen Fakultät eingetragen.

Werke

Predigt am Feste der Himmelfahrt Christi, 1819.
Institutiones historiae ecclesiasticae (3 Bände), 1832-1834.
Predigt bei Gelegenheit der priesterlichen Jubelfeier des . . . Herrn M. Zwinger, 1835.
Rede, gehalten im Consistorialsaale der k.k. Universität zu Wien, am 1. Oktober 1839, bei der feierlichen Aufstellung des Bildes S. Excellenz des hochgebornen Herrn Grafen Anton Friedrich Mittrowsky von Mittrowitz und Nemischl, 1839.

Katharina Kniefacz

Zuletzt aktualisiert am 07.04.2022 - 12:37

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